Oldenburg - Catherine Rüppell, Vorsitzende der Deutsch-Französischen Gesellschaft Oldenburg (DFG), vergleicht die Städtepartnerschaft zwischen Oldenburg und Cholet mit einer langjährigen Ehe: „Das anfängliche Prickeln hat nachgelassen, und es ist eine Beziehung herangereift, die viel Vertrautheit und gegenseitige Bereicherung gebracht hat, jedoch auch ein wenig zu selbstverständlich geworden ist.“

Umso wichtiger sei es nach Cholets Absage des im nächsten Jahr geplanten Freundschaftstreffens, sich für das Fortbestehen dieser „Ehe“ einzusetzen und sie nicht zu gefährden. Die DFG und ihre Partnergesellschaft in Cholet, die Cholet-France-Allemangne (CFA), seien bereit, beide Städte beim Beschreiten neuer Wege und dem Finden neuer Formate zu unterstützen. Wie berichtet, hatte Cholets Stadtspitze ihre Entscheidung damit begründet, das Freundschaftstreffen sei in die Jahre gekommen.

Die DFG war maßgeblich an dem Zustandekommen der mittlerweile 30-jährigen Städtepartnerschaft zwischen Cholet und Oldenburg beteiligt. Bei zahlreichen Treffen, die den Mitgliedern die jeweiligen Länder näherbrachten, seien viele private Freundschaften entstanden, betont Catherine Rüppell. Ein wichtiges Projekt der Partnergesellschaften sei die von der CFA vor zehn Jahren gegründete Stiftung „Jacqueline Jallier“. Sie ermöglicht Jugendlichen die Finanzierung berufsbildender Maßnahmen in der Partnerstadt. Bereits zehn junge Oldenburger und Choletais konnten sich dank der Stiftung „Jacqueline Jallier“ beruflich und sprachlich weiterbilden sowie Land und Leute kennenlernen.

Die Städtepartnerschaft und ihre Errungenschaften dürften nicht von politischen Verhältnissen abhängig gemacht werden, fordert Rüppell. Wie wichtig die Pflege der deutsch-französischen Freundschaft sei, zeige der Blick in die Geschichte.

Oberbürgermeister Jürgen Krogmann hat unterdessen seinem französischen Amtskollegen Gilles Bourdouleix einen Termin für ein Treffen angeboten – entweder in Oldenburg oder in Cholet: „Wir wollen den Faden nicht abreißen lassen.“