Zetel - „Diese Menschen haben Humor, Optimismus und Träume. Und sie haben beeindruckende Biografien“, sagt Waltraud Schmäing. Die 62-Jährige arbeitet ehrenamtlich im St.-Martins-Heim in Zetel. Bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit mit alten und sehr alten Menschen fasste sie irgendwann den Entschluss: „Ich muss die Gesichter festhalten, sie fotografieren.“ Sie hat Menschen porträtiert, die 100 Jahre und älter sind. Die ersten Bilder hängen nun im Zeteler Rathaus.

Inspiriert hat sie vor allem Herta Petersen. „Diese Frau war so schön und liebreizend. Ich musste das festhalten, ihr Gesicht erzählt einfach so viele Geschichten“, sagt Waltraud Schmäing. Herta Petersen ist 1913 geboren und mittlerweile verstorben. Doch das Porträtbild von ihr wird noch viele Betrachter zum Nachdenken bringen.

Waltraud Schmäing, die 35 Jahre lang OP-Schwester war und im St.-Martins-Heim unter anderem auch Sterbebegleitung macht, hat einen Plan: Sie will jetzt in viele Heime fahren und 100-Jährige fotografieren.

Maria Bockhorst-Wimberg, Leiterin des Zeteler Heims, sagt: „Ich finde die Aktion toll, denn es ist auch eine Wertschätzung gegenüber den Menschen. Mich hat erstaunt, dass alle mitmachen wollten und keine Hemmungen hatten, sich fotografieren zu lassen.“ Das betont auch Bürgermeister Heiner Lauxtermann: „Ich finde es unwahrscheinlich mutig, dass die Damen das so mitmachen. Mich beeindrucken die Biografien auch sehr.“

Die Leiterin des St.-Martins-Heims erinnert daran, dass die Einrichtung immer Ehrenamtliche für Gespräche sucht. Jeder, der die beeindruckenden Lebensgeschichten hören will, ist willkommen. Interessierte können sich unter Tel. 04453/93200 an das St.-Martins-Heim wenden.

Sandra Binkenstein
Sandra Binkenstein Thementeam Soziales