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Film Gilde flimmert über Leinwände

Wildeshausen - Am Anfang fühlte sich der Blüsen-Bier-Club (BBC) veräppelt. „Ein Film über die deutsche Bierkultur, und wir sollten eine zentrale Rolle spielen, das kann doch nicht ernst gemeint sein“, erinnert sich Gerald Kreienborg genau an seine erste Gedanken. Im Jahr 2010 hatte er eine E-Mail vor sich. Absender: Matthew Sweetwood – ein in Deutschland lebender Amerikaner, der einen Dokumentarfilm mit dem Titel „Beerland“ plante, in dem sich alles um das Lieblingsgetränk der Deutschen drehen sollte.

Aus der ersten Ablehnung wurde Neugierde, es folgten Gespräche zwischen BBC und Regisseur, und aus Neugierde wurde prompt Begeisterung. Vier Tage lang drehte Sweetwood letztlich im Mai 2010 auf dem Wildeshauser Gildefest. Er erlebte hautnah, was es heißt, freitags eine „Bierprobe“ mit den Mitgliedern des BBC zu bestehen, sonnabends bei der Parade mitzulaufen und dienstags bei der Rekrutenvereidigung dabei zu sein – immer begleitet von den Kameras. Und er wurde zum Ehrenmitglied des Blüsen-Bier-Clubs, dem er auch heute noch angehört. Die Erlebnisse sind jetzt in dem Streifen zu sehen, in dem sich Sweetwood die deutsche Bierkultur sowie Sitten und Bräuche von Vereinen zeigt. Seit dem 25. April flimmert das Gildefest bundesweit auf den Kinoleinwänden. Am kommenden Sonntag, 12. Mai, 11.15 Uhr, folgt nun auch die erste Vorführung im Wildeshauser Lili-Servicekino.

Offen und kommunikativ

„Ich hatte eine tolle Zeit in Wildeshausen und habe eine schöne Stadt kennengelernt, die ich ein wenig an meine Heimat erinnert hat“, berichtet der jetzt in Potsdam lebende Regisseur, der 1971 in der Nähe von Kansas City geboren wurde. Er habe viele freundliche Menschen erlebt, „offen und kommunikativ“. Das Gildefest sei eine ganz besondere Kultur. „Alle kommen zusammen und trinken den ganzen Tag, die Veranstaltung ist klassenlos und beeindruckend“, fasst Sweetwood zusammen. Dass die Gründung der Wildeshauser Schützengilde länger zurückliegt, als die Entdeckung Amerikas, habe ihn besonders beeindruckt.

Als „tolle Erfahrung“ beschreibt Gerald Kreienborg die Zusammenarbeit. „Dank der Dreharbeiten ist eine Freundschaft entstanden“, sagt er. Dass Bier ein „Katalysator von Beziehungen“ sei, wie es in „Beerland“ heißt, habe sich auch in Wildeshausen gezeigt. Regelmäßig würden die BBC-Mitglieder mit Sweetwood in Kontakt stehen. Erst am vergangenen Sonnabend reiste ein großer Teil des Vereins nach Berlin, um zusammen mit anderen Protagonisten sich den Film anzusehen. Acht Minuten gehe es etwa um das Gildefest, „und es soll toll geworden sein“, sagt Kreienborg, der den Film selbst noch nicht gesehen hat.

Sweetwood verspricht: „Ich werde auch dieses Jahr zum Gildefest reisen.“ Am Pfingstdienstag sei er auf jeden Fall in Wildeshausen. Gerne würde er schon am Sonntag zuvor, wenn sein Film das vierte Mal gezeigt wird, vor Ort sein. „Das kann ich nur leider nicht versprechen, da ich derzeit viele Termine wahrnehmen muss“, so der Filmemacher.

Vorfreude steigt

Klar ist, dass Sweetwood sich auf den Besuch in der Gildestadt freut. „Wir werden sicher wieder eine schöne Zeit haben und ein paar Bier trinken“, sagt Kreienborg. Und so kann man die Beziehung zwischen dem BBC und Sweetwood mit jener Erkenntnis beschreiben, die der Regisseur am Filmende gewinnt: „Wichtig ist nicht, wie viel Bier man trinkt, sondern mit wem...“.

Lars Blancke
Lars Blancke Sportredaktion
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