Nordenham - „Um der Gleichberechtigung ein Stück näherzukommen, sollte dieser Tag unangetastet und notfalls zum gesetzlichen Feiertag erklärt werden“, sagte Ulf Riegel. Nordenhams stellvertretender Bürgermeister war am Dienstagmorgen einer der ganz wenigen männlichen Gäste im Nordenhamer Kulturzentrum Jahnhalle. Dort begingen rund 130 Frauen, darunter auch etliche Flüchtlinge, den Internationalen Frauentag.
Die von einem rund zehnköpfigen Frauenteam unter der Leitung der Nordenhamer Gleichstellungsbeauftragten Karin Windheim-Czichon vorbereitete Veranstaltung wurden in diesem Jahr genutzt, um mit Flüchtlingsfrauen in Kontakt zu kommen. Beim Aufbau am Montagabend erhielten die Frauen spontan Hilfe von vier in der Jahnhalle weilenden Flüchtlingskindern. Das Frühstück, mit dem sich die Frauen am Dienstagmorgen stärken konnte, hatten die Jugendwerkstätten Meyershof aus Brake geliefert.
In seinem Grußwort ging Ulf Riegel auf die Geschichte der Gleichberechtigung von Frau und Mann ein, die aber bis heute sowohl beim Lohn und auch bei der Übertragung von Verantwortungen nicht verwirklicht sei. Deshalb müsse weiter für die Gleichberechtigung gekämpft werden.
Karin Windheim-Czichon wies auf die am 11. September stattfindenden Kommunalwahlen hin und appellierte an die Frauen, für die Räte in den Gemeinden zu kandidieren. Auf die Integration der Flüchtlinge eingehend, bezeichnete sie die Sprache und die Kultur als die wesentlichsten Elemente für gemeinsames Miteinander.
Zeliha Aykanat, Vorstandsmitglied des Vereins Refugium Wesermarsch, nutzte die Veranstaltung, um für Paten- und Freundschaften für die derzeit in Nordenham lebenden rund 400 Flüchtlinge, darunter 120 Frauen, zu werben. Die Schutzsuchenden seien zentral untergebracht, was auch sehr gut sei, jedoch dürften sie dadurch nicht isoliert werden. Wer helfen möchte, müsse keine Angst vor Sprachbarrieren haben, denn das Refugium stelle Dolmetscher und andere Hilfen zur Verfügung.
Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von der Gruppe Seewind. Christine Sassen-Schreiber, Bärbel Supper, Dominique Wempe und Klaus Zurhold präsentierten vornehmlich Folklore.
Eifrig Gebrauch machten die Frauen von einem Ideenbaum, an dem sie ihre schriftlich fixierten Wünsche aufhängten. „Ich möchte, dass die Fremden Freunde werden“ oder „Ich möchte Arbeit, ich möchte Verkäuferin werden“ war unter anderem darauf zu lesen.
