GOSLAR - Die lutherischen Kirchen haben einer Angstmacherei vor dem Islam eine klare Absage erteilt und sich für den Bau neuer Moscheen in Deutschland ausgesprochen. Die evangelische Kirche dürfe sich nicht von jenen instrumentalisieren lassen, die Angst vor Muslimen schüren wollten, sagte der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), der Münchner Landesbischof Johannes Friedrich, am Sonntag auf der VELKD-Generalsynode in Goslar (Niedersachsen).
Mehr als 90 Prozent der Muslime in Deutschland respektieren nach Einschätzung von Bischof Friedrich das Grundgesetz. Sie seien froh darüber, in einem Land mit garantierten Menschenrechten zu leben. „Zu diesen Menschenrechten gehört auch die Religionsfreiheit, und so ist es völlig selbstverständlich, dass auch in unserem Land Moscheen gebaut werden müssen und dürfen“, sagte Friedrich.
Die Generalsynode tagt noch bis Dienstag unter dem Thema „Sprachen des Glaubens“. Die Generalsynode – das Kirchenparlament – setzt sich aus 62 Mitgliedern zusammen, die die acht Gliedkirchen der VELKD vertreten. Ihr gehören an: Bayern, Braunschweig, Hannover, Mecklenburg, Nordelbien, Sachsen, Schaumburg-Lippe und Thüringen.
