Bockhorn - Bürgermeister Andreas Meinen bezeichnete es als „ganz besonderes Ereignis“, dass das rekonstruierte Woppenkamper Schwert jetzt neben dem Eingang zum Ratssaal hängt. Damit es dazu kommen konnte, haben viele Menschen zusammengewirkt.

Da ist der Verein für Heimatgeschichte der Gemeinde Bockhorn mit der Vorsitzenden Margrit Hayen, Ursula Steinker und Ewald Spiekermann: „Jetzt sind wir endlich soweit und können das Zeugnis aus dem Altertum präsentieren.“

Ihr Vereinskollege Reiner Kohlwes hatte das ganze Projekt koordiniert und organisiert: „Der eigentliche Anlass liegt mehr als 1000 Jahre zurück, als ein schönes Schwert zur Grabbeigabe wurde. 1904 wurde es als Rostklumpen wiedergefunden und jetzt restauriert. Man muss schon sehr weit reisen, um so etwas sehen zu können.“

Kohlwes wies auf die Sponsoren hin, darunter die drei in Bockhorn ansässigen Banken, die mit ihren Filialleiterinnen vertreten waren. Geholfen haben auch die Gertrud-und-Hellmut-Barthel-Stiftung (Varel) und die Oldenburgische Landschaft. Insgesamt kamen Kohlwes zufolge rund 5500 Euro zusammen.

Maßgeblich beteiligt war das Niedersächsische Institut für historische Küstenforschung mit Professor Dr. Haio Zimmermann und dem Restaurator Gregor Kuhlbach. Zimmermann: „Jetzt hoffen wir, mit einer archäologischen Publikation über das Woppenkamper Schwert internationale Früchte ernten zu können.“

Im Mittelpunkt stand der Kunstschmied Bernhard Nitz. Er hatte nach intensiven Studien am Original den Nachbau in seiner Schmiede an der Lauwstraße geschaffen (die NWZ  berichtete). Dabei ging es nicht darum, nur ein Schwert zu bauen, sagt er: „Das eigentlich Interessante ist die Rekonstruktion der Arbeitsweisen. Um 800 gab es noch nicht einmal Schraubstöcke.“