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Edo-Wiemken-Denkmal Grabmal bröckelt und bröselt weiter

Melanie Hanz

Jever - Das Edo-Wiemken-Denkmal in Jever bröckelt und bröselt. Und schon seit 2007 ist dem Land Niedersachsen, Eigentümerin des Kulturdenkmals, klar: „Wir brauchen ein Gesamtkonzept als Grundlage der Sanierung“ und „Wenn nicht bald etwas geschieht, sind die Schäden irreparabel“. Das konstatierten im Dezember 2007 der damalige Kultur-Minister Lutz Stratmann und André Winter vom Staatlichen Baumanagement. Beide kündigten an, dass innerhalb von fünf Jahren der Verfall behoben sein würde.

Nun sind sechs Jahre vergangen – und das einzigartige Renaissance-Denkmal bröckelt und bröselt noch immer. Ursache des Verfalls ist insbesondere die hohe Luftfeuchtigkeit im Choranbau der Kirche: Risse und abgeplatzte Steinteile an den Figuren sowie verzogene Balken im Baldachin sind die Folgen.

Täglich Verschlechterung

Kirchenführer Horst Radowski vom Jeverländischen Altertums- und Heimatverein bemüht sich seit Jahren darum, das Edo-Wiemken-Denkmal zu erhalten. Er beobachtet „täglich Verschlechterungen“ am Grabmal. Doch auch sein Engagement hat bisher nicht dazu geführt, dass das Land die dringend notwendige Sanierung des Denkmals in Aussicht stellt.

So hatte Radowski 2011 auch Kontakt zu Dr. Johanna Wanka, Stratmanns Nachfolgerin als Kultur-Ministerin, aufgenommen. Die habe großes Interesse am Erhalt der Denkmale im Land, ließ ihr Sprecher mitteilen. Die Mittel seien aber begrenzt.

Auch das ist bereits zwei Jahre her. Auf Nachfrage der NWZ  hieß es am Dienstag aus dem Kultur-Ministerium: „Das Edo-Wiemken-Denkmal muss grundlegend restauriert werden. Dabei werden Kosten in Höhe von gut einer Million Euro entstehen. Es ist beabsichtigt, für das Edo-Wiemken-Denkmal eine Lösung zu finden, die eine Finanzierung aus Drittmitteln ermöglicht. Dieser Plan ist nicht kurzfristig zu realisieren, wird aber im Konsens mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege beharrlich weiter verfolgt.“

Internationaler Rang

Unterdessen versucht Radowski, das Edo-Wiemken-Grabmal als nationales und sogar internationales Denkmal anerkennen zu lassen. Denn das Denkmal aus Holz, Stein und Alabaster wurde um 1561 im Auftrag von Jevers Regentin Fräulein Maria von Heinrich Hagart, einem Schüler des Antwerpener Bildhauer- und Baumeisters Cornelius Floris gebaut. Es gilt bereits neben der Kassettendecke im Audienzsaal des jeverschen Schlosses als eines der bedeutendsten Zeugnisse der niederländischen Renaissance. Radowski hofft, dass angesichts der länderübergreifenden Bedeutung des Denkmals auch Geld von der EU fließen könnte. Der Bund hatte bereits Bereitschaft signalisiert, die Sanierung mitzufinanzieren.

Radowski erhofft sich von der Restaurierung auch Aufschluss über die Gruft unter dem Denkmal. Sie ist zuletzt im Jahr 1885 im Beisein des Großherzogs von Oldenburg geöffnet worden. Vier kleine und ein großer Sarg seien damals entdeckt worden, in dem großen Sarg habe eine Leiche mit langem Haupthaar gelegen.

„Vieles deutet darauf hin, dass es sich dabei um die sterblichen Überreste von Edo Wiemken handelt“, sagt Radowski. Hoch sei die Wahrscheinlichkeit, dass auch Fräulein Maria nach ihrem Tod am 20. Februar 1575 dort begraben wurde. „Vieles deutet darauf hin, dass Maria das monumentale Denkmal nicht nur für ihren Vater, sondern auch für sich gebaut hat“, so Radowski.

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