GRAFSCHAFT - Es ist eine Oase der Ruhe, die sich Gerhard Rautenberg in Grafschaft geschaffen hat: Verborgen hinter hohen Büschen steht dort ein japanisches Teehaus. „Wenn mir danach ist, komme ich her und meditiere“, erzählt der 75-Jährige.

Vor 30 Jahren hat er das Teehaus mit dem geschwungenen Dach nach japanischen Vorbildern bauen lassen. „Ich habe nach Abbildungen originalgetreu geplant“, erzählt er: Der Boden ist mit Tatami-Matten, Matten aus gepresstem Reisstroh, ausgelegt. „Es war nicht leicht, Ende der 70er Jahre Tatami in Deutschland zu bekommen“, erzählt er. Auch die Utensilien zur Teezeremonie sind original. „Ich liebe die japanische Teezeremonie“, sagt Rautenberg: Es ist ein meditativer Akt, bei dem in Stille Tee bereitet wird.

Auch Gäste aus Japan hat Gerhard Rautenberg in seinem Teepavillon schon empfangen. Selbst war er allerdings noch nicht in Japan. „Irgendwie ist es nie dazu gekommen“, meint er.

Dabei entdeckte er schon in seiner Kindheit seine Liebe zum „Land der aufgehenden Sonne“. „Ich bin im Kloster aufgewachsen und entdeckte dort in der Bibliothek ein Buch über Japan, das mich sofort fasziniert hat“, erzählt Gerhard Rautenberg: Heimlich habe er das Buch mitnehmen wollen, wurde aber von einem Pater erwischt. „Er erlaubte mir dann, das Buch jederzeit anzuschauen“, erinnert er sich.

Während seiner Berufstätigkeit trat die Liebe zu Japan zwar in den Hintergrund – „aber vor rund 30 Jahren entdeckte ich sie neu“, erzählt der 75-Jährige. So ließ er das Teehaus bauen, „mein japanisches Reich“, wie Rautenberg es nennt.

Inzwischen nagt der Zahn der Zeit am Pavillon. Deshalb musste Rautenberg ihn im Sommer sanieren lassen. „Was tut man nicht alles“, sagt er und seufzt.

Ursprünglich war das Teehaus von einem japanischen Garten umgeben mit Teich und Brückchen. Doch nun entsteht ein Zen-Garten. „Es wird noch eine Weile dauern, bis der Garten so ist, wie ich ihn mir vorstelle“, sagt Rautenberg. „Die Entstehung bringt mir viel Freude.“