Cloppenburg - Vor ausverkauftem Haus hat die Studiobühne der VHS Cloppenburg am Freitagabend im Kulturbahnhof die Premiere ihres neuen Theaterstücks „Einer flog über das Kuckucksnest“ von Dale Wassermann, basierend auf dem Roman des US-amerikanischen Schriftstellers Ken Kesey, gefeiert. Das Stück ist vor allem durch die mit fünf Oscars ausgezeichnete Verfilmung mit Schauspieler Jack Nicholson unter der Regie von Milos Forman bekannt.

Das Cloppenburger Publikum zeigte sich begeistert von der Inszenierung und den beeindruckenden schauspielerischen Leistungen der Ensemble-Mitglieder. Auch diese zehnte Inszenierung in nur sechs Jahren setzte die Studiobühne mit Professionalität und Ideenreichtum um. Trotz eines minimalistischen Bühnenbildes und nur wenigen Requisiten, schafften es die Darsteller unter der Regie von Dr. Hubert Gelhaus, die Zuschauer von Beginn an zu fesseln.

Der lebensfrohe Draufgänger McMurphy (Niklas Reinken) möchte der Strafanstalt entgehen und lässt sich daher in eine Psychiatrische Klinik einweisen. Hier trifft er nicht nur auf den angeblich taubstummen Häuptling Bromden (Tobias Block) und seinen Geist (Antonia Richter), sondern auch auf den völlig verunsicherten Präsidenten des Patientenrates Dale Harding (Nico Martens) und den schüchternen und stotternden Billy Bibbit (Jan Nipper), die ihn vor den hier üblichen brachialen Behandlungsmethoden warnen.

Schon bald wirbelt McMurphy den ansonsten so streng geregelten Stations-Alltag durcheinander und zieht damit den Unmut von Oberschwester Ratched (Nina Kuhlmann) auf sich. Hinter ihrer Fassade von Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft führt Ratched in Wahrheit ein unerbittliches diktatorisches Regiment, in dem sie keinen Widerspruch duldet und widerspenstige Patienten mit der Elektroschock-Therapie „behandeln“ lässt. In den streng geregelten und pseudodemokratischen Gruppensitzungen zwingt sie die Patienten, sich selbst vor den anderen Patienten bloßzustellen. So gibt sie deren geheimste Schwächen und Ängste der Lächerlichkeit preis. Schnell durchschaut McMurphy den wahren Charakter von Oberschwester Ratched und entlarvt ihre scheinbare Gutmütigkeit als reine Boshaftigkeit. Er widersetzt sich ihren Regeln und wiegelt die anderen Patienten zu einem Aufstand auf. Damit hat er sein Schicksal besiegelt, denn Schwester Ratched wird sich am Ende bitterlich an ihm rächen.

Auch die zweite Aufführung dieser sehenswerten Inszenierung am Dienstagabend ist bereits ausverkauft. Für die Vorstellungen am Sonnabend, 5. März, und am Dienstag, 8. März, jeweils um 19.30 Uhr, sind noch Karten erhältlich. Tickets gibt es vorab in der Buchhandlung Terwelp, Lange Straße 8 in Cloppenburg.