Cleverns - Brass bedeutet Messing und ist gängiger Begriff für Blasmusik mit Blechblasinstrumenten – so wie sie am Freitag in der gut besuchten Kirche in Cleverns erklang. Das Amateur-Ensemble „ArtBrass“, die professionellen Musiker Alchemy aus den USA und der Tubist Jon Sass, bereiteten in dem fast zweistündigen Programm großen Hörgenuss.
Mit dem Einzug in das Kirchenschiff wollten die Orchester den sakralen Bau würdigen. Sie formierten sich vor dem Lettner, um danach mit dem Finale aus der Ouvertüre der Oper „Wilhelm Tell“ von Gioacchino Rossini die Gäste zu begrüßen. Alexander Potiyenko dirigierte den Reitermarsch zum mitreißenden Galopp.
Auch auf dem Programm bei ArtBrass: Stücke von Johann-Sebastian Bach, einem der besten Musikschaffenden aller Zeiten. Mit dem Napoleon-Marsch von Johann Strauß Sohn kamen auch die Freunde der Marschmusik nicht zu kurz.
Alchemy, eine Frau und drei Männer, Profis auf Tuba und Euphonium, vollführten an ihren Instrumenten wahre Kunststücke. Das Quartett aus Amerika, in diesem Jahr zum zehnten Mal in Deutschland zu Gast, wie die sympathische Tubistin Joanna Ross-Hersey erklärte, vereinte vier tiefe bis abgrundtiefe Instrumente. Sie brillierten mit einem überzeugenden Spiel und charismatischem Auftreten. Die Musiker präsentierten einen weit gespannten Bogen von bekannten amerikanischen Kompositionen oder auch Klassik wie dem Waltz Nr. 2 von Dimitri Shostakovich, der auch ohne Streicher fesselte und begeisterte.
Ein Tausendsassa an der Tuba ist Jon Sass. Der über zwei Meter große Weltstar aus Harlem und inzwischen in Wien lebend, widerlegt den Ruf der Tuba als schwerfälliges Instrument. Von tiefen und zarten, anrührenden Tönen bis zur Leichtfüßigkeit konnte man von ihm als Solist, im Duett mit oder im Zusammenspiel mit Alchemy in Cleverns alles erleben.
Als fantasievoller Arrangeur und Kenner der Instrumente vermittelte ArtBrass-Dirigent Alexander Potiyenko die unterschiedlichsten Facetten der Blasmusik und verabschiedete seine Gäste mit dem Wiegenlied „Guten Abend gut Nacht“ von Brahms in der Bearbeitung von Thorsten Blumberg.
Das Konzert in Cleverns ist ein Verdienst des jeverschen Mediziners Karsten Heger, der die herausragende Akustik der Kirche zum Auftaktkonzert seines seit Jahren international bekannten Workshops für Blechblasinstrumente nutzt. Pastor Rüdiger Gehrmann bedankte sich bei Karsten Heger und den Ensembles für die facettenreiche Blasmusik.
