Schortens - Der junge Mann, der im Schwimmbad ganz ungeniert mit dem Handy Fotos von Badegästen macht, die merkwürdige unbekannte Person, die schon den halben Vormittag in der Nähe des Kindergartens herumlungert – solche und andere Vorfälle, in denen man sich belästigt fühlt oder möglicherweise Grenzen überschritten werden, soll eine neue Kultur des Hinsehens und Aufmerksamseins möglichst unterbinden: Mit einer neuen Kampagne engagieren sich Schortens’ Gleichstellungsbeauftragte Doris Fuhlbohm sowie die Mitarbeiter des Kindergartens Roffhausen und der Schortenser Bäder gemeinsam gegen Missbrauch und Gewalt.

„Mit Grenzüberschreitungen, Missbrauch und Gewalt können wir überall und jederzeit konfrontiert werden – als Zeugen solcher Vorfälle, oder wenn sich uns jemand als Opfer oder gar als Täter anvertraut“, sagt Doris Fuhlbohm.

Tatsächlich sind aber nur die wenigsten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Bädern, Jugendeinrichtungen und Kindergärten auf solche Vorfälle vorbereitet oder geschult worden. Nun haben Mitarbeiter verschiedener städtischer Einrichtungen damit begonnen, Maßnahmen der Gewaltintervention und -prävention zu erarbeiten. Besucher der Einrichtungen sollen wissen: „Hier kann ich mich im Fall des Falls an jemanden wenden, hier werde ich ernst genommen“, sagt Aqua-Toll- und Freibad-Leiter Peter Kramer. Wer etwa ungefragt gefilmt oder fotografiert oder sich in anderer Form belästigt fühlt, soll sich ebenso vertrauensvoll an die Mitarbeiter wenden. Zugleich sollen Glotzer und Grapscher wissen, dass ihr Handeln nicht unentdeckt bleibt.