Madrid - Günter Grass ist bis zu seinem Lebensende ein Skeptiker geblieben, der sich um die Zukunft der Menschheit große Sorgen gemacht hat. „Wir steuern auf den dritten großen Krieg zu“, sagte der Literaturnobelpreisträger in einem Interview der spanischen Zeitung „El País“, das nach Angaben des Blattes am 21. März in Lübeck geführt und am Dienstag erstmals veröffentlicht wurde. „Es gibt überall Krieg. Wir laufen Gefahr, dieselben Fehler wie früher zu machen. Ohne es zu merken, als wären wir Schlafwandler, können wir in einen neuen Weltkrieg gehen“, warnte er. Der Autor war am Montagmorgen im Alter von 87 Jahren in einem Lübecker Krankenhaus gestorben.

Am Rande des G7-Außenministertreffens in Lübeck erwiesen Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini dem Autor ihre Reverenz. Beide trugen sich in das Kondolenzbuch im Günter-Grass-Haus ein, später auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig. Mogherini schrieb auf Englisch: „Ein Verlust für Deutschland, ein Verlust für die gesamte Europäische Union.“