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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Große Gefühle im besten Sommer von allen

17.09.2012

Oldenburg Wenn ein Theaterstück auf einer so populären Vorlage beruht wie in diesem Fall „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf, dann kann man als Regisseur nicht viel falsch machen. Mit purer Lebensfreude setzt also Markolf Naujoks das preisgekrönte Abenteuer um, in das zwei angehende Neuntklässler während ihrer Sommerferien geraten: leicht verständlich, witzig, zuweilen nachdenklich, mit viel Musik und noch mehr Spaß.

Drei Darsteller erzählen rückblickend vom besten Sommer ihres Lebens. Im Mittelpunkt steht der 14-jährige Maik, den Henner Momann als schüchternen Langweiler darstellt, ohne Freunde, ohne Mut. Sein neuer Mitschüler Tschick, mit feinem Humor und großem Herz gespielt von Klaas Schramm, ist ein „russischer Asi“, der im Gegensatz zu Maik das Leben in vollen Zügen säuft. Die beiden werden Freunde fürs Leben, als sie in einer lauen Sommernacht in einem geklauten Auto einfach losfahren. Unterwegs treffen sie Isa, die Kristina Gorjanowa – neben weiteren Figuren – als herzerfrischenden rothaarigen Wirbelwind verkörpert.

So pur wie nur junge Menschen einzigartige Momente und große Gefühle erleben, so unverstellt ist auch die Bühne. Ein paar spartanische Requisiten, über denen eine Lichtergirlande baumelt, geben der Fantasie üppig Raum. Zwei simple Campingstühle werden zu zwei Autositzen umfunktioniert, und schon geht die Fahrt los. Auf der rückwärtigen, steinernen Bühnenwand beschreiben Projektionen weite Landschaften und das berauschende Gefühl, dass im Leben alles möglich ist.

Den drei Darstellern nimmt man ihre Jugend glaubhaft ab. Sie schlüpfen in verschiedene Rollen, sind besoffene Mutter ebenso wie schräger Schütze, sie singen, strahlen, fallen und stehen wieder auf. Besonders aus der Ferne eines Erwachsenen blickend, schwelgt man in Erinnerungen, gräbt Glücksgefühle aus und amüsiert sich prächtig – was jugendliche Zuschauer, deren momentanes Lebensgefühl hier ja dargestellt wird, eher ein bisschen peinlich finden.

Der 1965 in Hamburg geborene Autor Wolfgang Herrndorf, der aktuell als Favorit für den Deutschen Buchpreis gilt, hat „Tschick“ vor zwei Jahren im Eiltempo geschrieben, als er erfuhr, dass er unheilbar an einem Gehirntumor leidet. Als Buch befindet sich „Tschick“ im Höhenflug, als Theaterstück steht es neben Oldenburg derzeit zum Beispiel auch auf dem Spielplan der Jungen Landesbühne Wilhelmshaven. Zu Recht. Großer Applaus.

Karten: t  0441/22 25 111

Alle Theaterkritiken der NWZ  unter   www.nwzonline.de/theater 
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