Ganderkesee - „Mozart zieht“, ist Stefan Lindemann überzeugt. Für den Neustart seiner Musiktheater-Reihe im Kulturhaus Müller hat der Schierbroker Musikpädagoge und Pianist gezielt eine Aufführung ausgewählt, die ein breites Publikum ansprechen dürfte – denn nur wenn zwischen zehn und 40 Zuschauer ins Kulturhaus kommen, rentiert sich die Live-Übertragung aus der Wiener Staatsoper .
Mit der Übertragung von „Così fan tutte“ (Dirigent: Tomás Netopil; Regie: Roberto de Simone) am Mittwoch, 24. Februar, kommt die regioVHS dem Wunsch vieler Zuschauer nach, die sich eine Neuauflage der Reihe gewünscht hatten. Um 18.30 Uhr startet der Opern-Abend mit einer Einführung durch Stefan Lindemann, die Aufführung beginnt dann um 19 Uhr.
„Wir sind zwingend darauf angewiesen, dass sich die Zuschauer für den Abend anmelden“, sagt Kulturhaus-Leiterin Dr. Wiebke Steinmetz. Der Saal werde eigens für den Abend ein wenig umgestaltet. So sitzt das Publikum nicht, wie im Opernhaus üblich, in Reihen, sondern an stilvoll eingedeckten Tischen.
Und noch weitere Vorteile bietet die Live-Übertragung. „Wenn man im Opernhaus sitzt, ist die Bühne in der Regel relativ weit weg“, sagt Lindemann. Für die Übertragung hingegen werde mit mehreren Kameras aus nächster Nähe gefilmt. Auch die Musikanlage im Kulturhaus habe „Topqualität“. Eine besondere Atmosphäre entstehe zudem durch die Möglichkeit, Fragen an den Moderator zu richten und sich in der Pause im kleinen Kreis über die Inszenierung auszutauschen.
Die leichte und von Witz durchzogene Oper „Così fan tutte“ räumt mit einem gängigen Vorurteil auf: Sind es üblicherweise die Männer, denen ein Hang zur Untreue nachgesagt wird, so werden hier die Frauen als unstete Schmetterlinge dargestellt, die ihr Herz mal dem einen, mal dem anderen schenken. Nicht einmal einen halben Tag dauert es schließlich im Stück, bis ein verliebtes Frauenherz vom einen zum nächsten Mann flattert.
Trotz des heiteren Inhalts: Musikalisch bleibe „Così fan tutte“ melancholisch, teils sogar dramatisch – jedenfalls für Mozarts Verhältnisse, sagt Stefan Lindemann. Es handle sich um ein ernsthaftes Psychogramm, wie verschieden Liebe auf den Menschen wirkt, eingebettet in tragisch-schöne Musik.
Die Musiktheater-Reihe wird fortgesetzt. Am 18. Mai folgt eine Übertragung der Wagner-Oper „Lohengrin“ – ebenfalls aus Wien. Der Opernabend im Kulturhaus Müller, Ring 24, am Mittwoch, 24. Februar, beginnt um 18.30 Uhr. Die Teilnahme kostet 15 Euro für Moderation, alkoholfreie Getränke und Knabbereien. Um Anmeldungen bittet die regioVHS unter
