Ramsloh - Blumenkränze (Blomenkrans) geflochten und kleine Flöten (Flöiten) aus Eschenholz geschnitzt haben Großeltern mit ihren Enkeln in Ramsloh. Die alte Tradition wird im Saterland regelmäßig gepflegt – jedes Jahr im Mai.

„Zu schade wäre es, wenn diese schöne Tradition ausstürbe,“ sagte Wilhelmine Espeter, die mit vier weiteren Frauen in den beiden Ramsloher Kindergärten St. Jakobus und Pusteblume ehrenamtlich Saterfriesisch-Unterricht gibt. Die Großeltern trafen sich mit den Kindern beim Torfwerk Koch, um Flöten zu schnitzen, Blumenkränze zu binden und zu singen.

Die Rollen waren klar verteilt: Die Großmütter flochten aus Löwenzahn und Glockenblumen bunte Kränze, die Großväter schnitzen Flöten. Auch die Kinder versuchten, den Flöten aus Zweigen der Eberesche Töne zu entlocken. Die Blumenkränze flochten die Großmütter aus Girsch und Löwenzahn.

Seit fast 15 Jahren laden die Saterfriesen zu dieser Traditionsveranstaltung ein. „Es nehmen nur Mädchen und Jungen teil, die sich auch am saterfriesischen Unterricht beteiligen“, sagt Renate Brinkmann. Den Kindern hat es viel Spaß gemacht. Ihnen wurden die Augen für die Natur geöffnet.

„Die Kinder sollen alte, kulturelle Dinge lernen“, sagte Wilhelmine Espeter. „Uns liegt viel daran und wir freuen uns immer wieder, wenn Kinder mit Großeltern kommen“, sagte sie.