Großenkneten - „Wenn ich zum Malen gehe, kann ich komplett abschalten und vergesse alles andere um mich herum“, schwärmt Regina Jensen aus Huntlosen von den „Donnerstagsmalern“. Jede Woche – natürlich donnerstags – treffen sich 15 Künstlerinnen zwischen 9.30 und 11.30 Uhr und arbeiten zu einem bestimmten Thema.
In den vergangenen Monaten hieß das „Leben vor der Haustür“, die dazu entstandenen Werke sind noch bis Freitag, 3. November, im Großenkneter Rathaus zu bewundern. Vom Rotkehlchen über Füchse bis hin zu Pilzen und Sonnenblumen reichen die naturkundlichen Motive.
Die Ausstellung wurde am Montagnachmittag vom stellvertretenden Bürgermeister der Gemeinde, Samuel Stoll, feierlich eröffnet. Bei Sekt, Orangensaft und Pralinen bedankte sich Angelika Fauser, die den Kursus gemeinsam mit Renate Riemer leitet, bei der Gemeinde für die Möglichkeit, die Bilder im Rathaus präsentieren zu dürfen. „Wir stellen diese lichtdurchfluteten Räumlichkeiten sehr gern zur Verfügung. Wir haben ja auch was davon, wenn hier so schöne Bilder hängen“, sagte Stoll.
Feste Gruppe
Die kunstbegeisterten Frauen vom Künstlerkreis Hatten treffen sich seit einigen Jahren bei Elisabeth Wulfekuhl zu Hause in Hatten. Leiterin Angelika Fauser hatte zuerst Räumlichkeiten der Gemeinde zur Verfügung gestellt bekommen. Als diese Option wegfiel, zogen sie um: „Wir haben einen großen Partykeller. Da passen alle rein. Mehr dürfen wir jetzt aber auch nicht werden“, meinte Wulfekuhl.
Die Besetzung ist schon seit vielen Jahren beinahe unverändert. „Mal geht eine und eine kommt hinzu, aber die meisten sind schon ewig dabei“, berichtete auch Jensen, die seit 17 Jahren Teil der Gruppe ist. Die 79-Jährige war 1998 aus dem Erzgebirge nach Wildeshausen gezogen und entdeckte dann das Malen für sich. „Vorher hatte ich damit gar nichts am Hut. Aber der Kursus ist einfach klasse und wir sind eine total dufte Truppe.“ Dazu ergänzte die Leiterin Fauser lachend: „Wir sind quasi aus dem letzten Jahrtausend. Aber wir sind natürlich nicht von gestern.“
Gemeinschaftliches Bild
Bereits unten im Eingangsbereich des Rathauses hängt das Herzstück der Ausstellung, ein Gemeinschaftsprojekt aller Künstlerinnen. Es ist ein Landschaftsgemälde: Bäume, ein Bachlauf, im Hintergrund Gebäude, eine Kirchturmspitze. „Wir haben das Bild einfach aufgeteilt. Jede Künstlerin hat in ihrer eigenen Technik ihren Teil gefertigt, dann wurde alles zusammengesetzt. Wir sind begeistert, wie perfekt es geworden ist, das hätten wir selbst gar nicht so erwartet“, freute sich Angelika Fauser über das Ergebnis.
