Großenkneten - Auf Wegen des Abtes Gerbert Castus und der ehemaligen Wallfahrtsorte im Landkreis Oldenburg werden Interessenten einer Pilgerwanderung geführt. Unter dem Namen „Der Castus-Weg – Eine Zeitreise durch das christliche Erbe“ startet die geführte Pilgerwanderung am Montag, 6. Juni, und führt in einer Woche an rund 28 heiligen Stätten vorbei. Start und Ziel ist die Marienkirche in Großenkneten.

„Pilgern, das ist Beten mit den Füßen“, sagt Dirk Faß. Der 64-jährige Sager leitet die Wanderung. Thematisch hangelt sich diese am Leben des Abtes Gerbert Castus entlang. Der Abt lebte Ende des 8. Jahrhunderts in Visbek und war als Missionar in der Region tätig. Die Idee, alle heiligen Stätten der Umgebung in einer Rundwanderung zu verbinden, kam Faß vor rund zehn Jahren beim Joggen. Seitdem bietet er die Wanderung jedes Jahr an und hat schon einige Stammpilger um sich gescharrt.

Gewandert werden jeden Tag circa 15 Kilometer. Gegen eine Spende kann man sich zur Wanderung bei der Tourist-Information Großenkneten ( t 0 44 35/60 01 17) oder bei Dirk Faß ( t  0 44 35/5132) noch kurzfristig anmelden. Während das Mittagessen unterwegs eingenommen wird, jeder Pilger sollte selbst einen Happen mitbringen, wird nach der Wanderung und der Besichtigung der heiligen Stätte zu Kaffee und Kuchen am Zielort eingekehrt. „Das versuchen wir auch dieses Jahr, auch wenn es vielleicht wegen der Corona-Maßnahmen schwierig werden könnte“, sagt Faß. Die Wanderung wird auf jeden Fall stattfinden und die Mitgliederzahl auf zehn Personen begrenzt. Das ist auch mit den Corona-Regelungen vereinbar.

Tipps für Wanderanfänger hat Faß auch parat: Zum einen seien gute Schuhe unerlässlich. Auch Regenkleidung sei wichtig. „Zudem sollte man Geduld mitbringen. Es geht beim Wandern auch darum, die Landschaft auf sich wirken zu lassen“, sagt Faß. „Es ist diese Mischung zwischen Schöpfen und Natur betrachten, die das Wandern so schön macht.“

Auf Faß’ Wanderungen haben sich kleine Rituale festgesetzt. So sprechen sie gemeinsam einen Segen und Singen während des Gehens. „Ich hab schon so manchen zum Singen gebracht, der gar nicht wusste, dass er das kann“, sagt der 64-Jährige.

Aber nicht für jeden ist das Pilgern das Richtige. So manchem musste Faß da einen Zahn ziehen. „Wenn jemand schon am Telefon fragt, wo wir uns unterstellen, wenn es regnet, dann weiß ich, der kommt eh nicht.“ Dann kommen Faß seine Stammpilger gelegen, die circa fünf Menschen lassen ihn nie alleine wandern. Und genau wie Faß genießen sie die Landschaft. „Wir haben so tolle Ecken, so schön, wie ein kleiner Kosmos, der sich vor einem auftut“, könnte Faß noch stundenlang weiter seine Heimat lobpreisen.

Im August und September plant Dirk Faß noch weitere Pilgerangebote, dann über zwei bis drei Tage.