Großenkneten - Kaum hat sich Jan Graf am Mittwochnachmittag das Mikrofon im Saal des Gasthauses Kempermann geschnappt, da zieht er die 120 Zuhörer auch schon in seinen Bann. „Allens nich so eenfach“ lautet der Titel sein Programms, doch sein Rezept für den plattdeutschen Auftritt in Großenkneten ist ebenso simpel wie erfolgreich.
Der 44-jährige Autor und Journalist erzählt lebensnahe Geschichten aus dem Alltag eines Ostholsteiners, verheiratet, Vater vierer Söhne. Er würzt sie mit Wortakrobatik, absurden Wendungen und ewigen Weisheiten. Zwischendurch ein Lied, mit Gitarre und Akkordeon begleitet: Fertig ist die plattdeutsche Mischung, die am Mittwoch bestens ankam.
Wenn die Frau in die Mutter-Kind-Kur geht, der Briefkastenschlüssel fehlt oder der geliebte Hund sexsüchtig ist: Graf widmete sich allen Themen mit einem Schwung, der das Publikum mitriss und für viele Lacher sorgte.
Der Auftritt von Graf war der krönende Schlusspunkt der Auftaktveranstaltung des Großenkneter Seniorenbeirates für 2018. 77 Frauen und Männer hatten sich vorab angemeldet. Zunächst gab es Grünkohl, später ging es an die Kaffee- und Kuchentafel und dazwischen gab es Spiele.
Bei Jan Graf wurde die Runde im Saal dann noch größer, denn auch nur der Besuch des bekannten Redners aus der Radiosendung „Hör mal beten to“ war möglich.
Die Plattdeutschbeauftragte Margret Hesselmann begrüßte den Autor, der einen abgesagten Auftritt aus der plattdeutschen Woche 2017 nachholte.
