GROßENKNETEN - Im Schützenverein Großenkneten und Umgebung e. V. ist die Welt noch in Ordnung. Nach gut einer Stunde war die Tagesordnung der ordentlichen Generalversammlung, abgehalten in der Gaststätte Kempermann mit etwa 60 Mitgliedern, abgehakt. Dabei wählten die Schützenschwestern und -brüder nicht nur Detlef Kreye einstimmig zum neuen Vorsitzenden, sondern auch den zweiten Vorsitzenden, Horst Spille, Kassenwart Ingo Schrand, Schriftführer Günther Behrens und den ersten Schießmeister Hartmut Schütte (in Abwesenheit) im Block wieder. Und es gab noch eine gute Nachricht: In Finanzkrisenzeiten gab Kassenwart Schrand zu verstehen, dass auch in diesem Jahr die Beiträge stabil bleiben werden.
Doch bevor die Vorstandswahlen ihren Lauf nehmen konnten, hielt Horst Spille als Vereinsvize die Laudatio auf den ausscheidenden Vorsitzenden Dieter Spille. Im Jahr 2006 hatte Spille den Vereinsvorsitz übernommen. Sein Kommentar damals: „Nur so lange, bis sich ein anderer findet.“ Doch schon seit seinem Vereinseintritt 1965 zeigte sich Spille von der aktiven Seite. Neben verschiedenen Beförderungen bis zum Hauptmann stieg Spille 1985 zum Stellvertreter des ersten Vorsitzenden, damals Ernst Menkens, auf.
Aber auch sportlich zeigte er sich in Bestform, wurde 1986 erster Adjutant und 1987 König. „Dieter, du hast also lange Jahre in verschiedenen Funktionen den Verein mitgestaltet. Das soll auch gewürdigt werden“, sagte Horst Spille abschließend und ernannte den ausscheidenden Vereinschef unter dem Beifall der Mitglieder zum Ehrenvorsitzenden.
Diskussionsraum nahm das Unverständnis über die Entscheidungen der Schützenvereine Sage, Ahlhorn und auch Bühren ein. „Wollen die die Tradition kaputt machen?“, hieß es aus der Menge. „Wenn keiner mehr von ihnen zu anderen Schützenfesten geht, dann kommt auch keiner zu ihnen.“ So oder ähnlich war die Argumentation.
Am Ende freute sich der neue Vorsitzende Detlef Kreye, dass derartige Diskussionen in dem 321 Mitglieder starken Schützenverein Großenkneten nicht geführt werden müssen. „Wir haben wenigstens noch einen König“, sagte auch Dieter Claußen, amtierender Schützenkönig. „Und ich möchte alle ermutigen, auf die Königsscheibe zu schießen. Auch ich bin überraschend König geworden, und ich habe es nicht bereut.“
