Sandkrug - Eigentlich sollte schon im Sommer Richtfest gefeiert werden beim neuen Wohnprojekt der Diakonie Himmelsthür an der Sandkruge Ladestraße. Leitungen, die nicht da waren wo sie vermutet wurden und andere Leitungen, die gar nicht hätten da sein sollen, verzögerten den Bau. Am Freitagnachmittag feierten künftige Bewohner, ihre Familien, die Nachbarn und zahlreiche Mitarbeiter der Diakonie dann aber doch das Richtfest – stellvertretend auch für die beiden anderen Häuser an der Wümmestraße und der Allerstraße.

Er sei stolz auf das zukunftsweisende und innovative Projekt das in Sandkrug entstehe, sagte Diakonie-Regionalsgeschäftsführer Jörg Arendt-Ude. In Zeiten der Inklusion bedeute es einen weiteren Schritt der Bewohner auf dem Weg in den Sozialraum.

Ahrendt-Ude dankte dem Land Niedersachsen, der Aktion Mensch, der Gemeinde Hatten und allen Beteiligten für finanzielle, ideelle und praktische Unterstützung und Arbeit. An der Ladestraße entsteht ein Haus für 13 Bewohner, insgesamt werden die drei Projekte in Sandkrug, Platz für 24 Menschen bieten. Die Gesamtkosten für alle Gebäude belaufen sich auf 1,9 Millionen Euro, die Aktion Mensch fördert das Projekt mit 650 000 Euro.

Glückwünsche überbrachten die Landtagsabgeordneten Renate Geuter (SPD) in Vertretung für ihren Hatter Kollegen Axel Brammer und Ansgar Focke (CDU). Die Politik müsse in den nächsten Jahren weiter daran arbeiten, Menschen mit Behinderungen ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, sagte Geuter. In Sandkrug entstehe ein Leuchtturmprojekt, ergänzte Ansgar Focke. Er freue sich, dass das Land Unterstützung leisten konnte. „Dieses Haus steht richtig hier, mitten in der Gesellschaft, wo es hingehört“, sagte Focke.

Das Wort Heim bekomme hier hoffentlich eine andere Bedeutung als bisher für Menschen mit Beeinträchtigungen, sagte Bürgermeisterin Elke Szepanski. Sie freue sich, dass die Nachbarn in der Ladestraße das Projekt überwiegend begrüßten. Leider habe es anderen Standorten in Sandkrug Berührungsängste und Widerstand gegeben. Es sei höchste Zeit, so die Bürgermeisterin, Inklusion zu leben und auch gegen Widerstände Überzeugungsarbeit zu leisten.

Die Gäste wurden außerdem von der Wohnbereichsleiterin Merle Conrads und der verantwortlichen Projektleiterin Birgit Hopp begrüßt und über das Projekt informiert. Fertiggestellt und bezogen wird das Haus an der Ladestraße voraussichtlich im Frühjahr.