Schwei - Die St.-Secundus-Kirche in Schwei ist am Sonntag, 3. August, Schauplatz eines ungewöhnliches Benefizkonzerts. Ab 17 Uhr erklingt in zwei jeweils etwa 45-minütigen Blöcken Chor- und Instrumentalmusik auf hohem Niveau. Eintritt wird nicht erhoben, aber Spenden sind hoch willkommen, sagt die Veranstalterin Gaby Menzel.
Am 5. Juni abgebrannt
Aus dem Erlös will die Musiklehrerin aus Schweiburg die Erneuerung der Orgel in der St.-Martha-Kirche zu Nürnberg unterstützen. Wie berichtet, ist das Instrument beim Brand der Kirche am 5. Juni komplett zerstört worden. Dieses Ereignis hat die 44-Jährige zutiefst bewegt, weil sie vor etwa 20 Jahren während ihres Musikstudiums an dieser Orgel mehrere Konzerte gegeben und auch ihr Examen abgelegt hat.
Die Zuhörer dürfen sich vor allem auf musikalische Vielfalt freuen. Zu hören sind etwa 20 Musikschüler von Gaby Menzel im Alter von 5 bis 16 Jahren. Die jüngsten werden ein Glockenspiel mit Gesang vortragen. An der Orgel sind Wiebke Decker und Lea Büsing zu hören, Valentin von Lemm trägt am Klavier ein selbst komponiertes Stück vor. Die Schüler sind mit Klassik, Pop und Kirchenliedern zu erleben, ein Flötentrio spielt Ragtime.
Extra-Trio spielt
Neu im Programm ist Gaby Menzels ehemalige Schülerin Nane Bache. Die Brakerin studiert in Berlin und hat gerade ihr Klavier-Examen mit der Note 1,0 bestanden. Als Solistin tritt die Sängerin Imke Reinacher auf, die in die Nähe von Schwei gezogen ist. Klezmer-Musik spielt das Extra-Trio; es besteht aus Beate Hermenau (Geige), Ute Extra (Klarinette) und Stefan Tönjes (Cello). Einen kurzen Auftritt hat auch Gerd Hofstadt, der kürzlich pensionierte A-Kirchenmusiker aus Delmenhorst.
Ein besonderes Erlebnis verspricht der Auftritt des Projektchors Butjadingen unter der Leitung von Gaby Menzel zu werden. Die Mitglieder präsentieren eine ungewöhnliche Mischung aus Fußball-Liedern, die sie aus Anlass der WM einstudiert haben, und modernen Kirchenliedern, etwa das berühmte „Halleluja“ von Leonard Bernstein.
Gaby Menzel hat sich für St. Secundus entschieden, weil die Kirchengemeinden Schwei und Schweiburg eng zusammenarbeiten und sowohl die Schweier Kirche als auch ihre Orgel frisch restauriert sind. Zudem biete St. Secundus einen großen Konzertsaal mit vielen Stühlen und einem Klavier.
Die St.-Martha-Kirche in Nürnberg wurde 1385 geweiht und nach der Reformation ab 1526 für etwa 90 Jahre als Konzertsaal der Meistersinger von Nürnberg genutzt. Diese Meistersinger waren meistens Handwerker; vom 14. bis 17. Jahrhundert traten sie mit ihrem Liedgut öffentlich auf, erläutert Gaby Menzel. Richard Wagner setzte ihnen mit seiner Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“ ein musikalisches Denkmal.
Im Jahr 1800 wurde die Kirche der reformierten Gemeinde in Nürnberg übergeben. Bis zum Brand nutzten Studenten der Musikhochschule Nürnberg-Augsburg die Orgel als Konzertinstrument.
