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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Premiere: Grotesker Grusel in Schlachterei

12.02.2013

Oldenburg Seit „Charleys Tante“ wissen Besucher des niederdeutschen Schauspiels am Oldenburgischen Staatstheater, dass Ekat Cordes um witzige Regie-Einfälle nicht verlegen ist. In der niederdeutschen Erstaufführung von „Delikatessen“ nach dem Film „Dänische Delikatessen“ von Anders Thomas Jensen legt Cordes noch einen Zahn zu und treibt den schwarzen Humor in der Komödie (niederdeutsch von Cornelia Ehlers) auf die Spitze.

Leiche im Kühlraum

Die (wahn-)witzig makabre, skurril-groteske Inszenierung ist pralles Theater, aber nicht jedermanns Geschmack. Bei der Premiere am Sonntagabend im Kleinen Haus blieben nach der Pause jedenfalls einige Plätze leer. Diejenigen, die auch noch das grandiose Finale erlebten, spendeten dagegen lang anhaltenden, begeisterten Applaus, und den hatten sich die Akteure der August-Hinrichs-Bühne (allen voran Jürgen Müller als Sven und Cay-Hendryk Meyer als Björn) sowie die Schauspieler Hanka Schmidt, Sven Gerstmann, Stefan Vitu und Jakob Rohde sowie der Kinderchor des Staatstheaters und die Kinder der August-Hinrichs-Bühne Leonie Grote, Rike Harms und Connor Giergsdies allemal redlich verdient. Das gesamte 30-köpfige Ensemble überzeugte mit großer Spielfreude.

Sven und Björn, zwei vom Leben gebeutelte Menschen, erfüllen sich ihren großen Traum und eröffnen eine eigene Schlachterei. Doch die Kunden bleiben aus, sie haben einen Berg Schulden am Hals, und dann sperren sie aus Versehen auch noch den Elektriker im Kühlraum ein. Als Sven die Leiche findet, beschließt er kurzerhand, diese zu Hühnerfilets in Marinade zu verarbeiten. Sein ehemaliger Chef, der fiese Fleischer Holatschek, hat schließlich ein Essen für die örtlichen Rotarier bei den Jungunternehmern bestellt. Denen schmeckt das Menü „heel moi“. Die besondere Qualität des Fleisches spricht sich schnell herum, die Kunden stehen Schlange, der Euro rollt unaufhörlich, und Sven und Björn geraten in die Bredouille. Woher soll der Nachschub für die Hühnerfilets in Marinade kommen?

Kuriose Truppe

Durch einen weiteren „Unfall“ landen der Kredithai und eine Krankenschwester im Kühlraum der Schlachterei. Sven hat alle Hände voll zu tun, während auf dem Friedhof der Kuscheltiere (Ausstattung Anna Bergemann) eine irre Spielshow tobt und Björns Bruder Ole aus einem jahrelangen Koma erwacht. Als dann auch noch die Lebensmittelkon­trolleure anrücken (die kuriose Truppe scheint direkt aus einem Atommülllager zu kommen), droht der große Traum von Sven und Björn zu platzen.

Aber wie bei jeder Komödie heißt es am Schluss: Ende gut, alles gut – es war nur die Marinade! Beim fetzig-rockigen Finale (Musik Martin Glos und Christian Ziegler) löst sich der groteske Grusel in einem großen Spaß auf.

Erstaunlich, was plattdeutsches Theater alles kann.

Karten: t 0441/222 51 11

Alle Theaterkritiken finden Sie unter   www.nwzonline.de/theater 
Lore Timme-Hänsel Redakteurin / Kulturredaktion
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