Berichterstattung zum geplanten Parteiausschlussverfahren von Grünen-Mitglied Ulf Dunkel, „Dilettantischer Landesvorstand“ (NWZ  vom 9. März)

Mit tiefem Bedauern und absolutem Unverständnis muss ich zur Kenntnis nehmen, dass der Landesvorstand von Bündnis 90/Die Grünen ein Parteiausschlussverfahren gegen Ulf Dunkel betreiben will. Während meiner langjährigen Mitglieds- und Mandatsträgerschaft (unter anderem als Ratsmitglied und Bürgermeister in der Stadt Oberhausen) ist mir eine solche – für mich völlig unakzeptable und zutiefst unprofessionelle – Vorgehensweise eines Landesvorstandes nicht untergekommen.

Man mag zu den Äußerungen von Ulf Dunkel stehen wie man will. Er hat sich über die Art und Weise seiner Äußerungen bei allen entschuldigt, die sich von seinen Aussagen getroffen gefühlt haben oder haben könnten. Dadurch, dass nun der Landesvorstand Jan Haude und Julia Hamburg diese Entschuldigungen für unzureichend erklärt, fühle ich mich in meinem Verdacht bestärkt, dass es gar nicht um die Beilegung einer Konfliktsituation geht. Für mich deutet vieles auf eine völlige Überforderung oder aber auf „ferngesteuertes“ Handeln hin. Beides möchte ich nicht annehmen – drängt sich aber, wenn man die Geschichte genauer kennt, geradezu auf. Der Landesvorstand hat schon jetzt jede Menge Porzellan zerschlagen.

Es war nicht nur der Kreisvorstand, der sich aus guten Gründen und mit großer Sozialkompetenz solidarisch hinter Ulf Dunkel gestellt hat, auch die Mitglieder des Kreisverbandes haben das Handeln des Vorstandes mit überwältigender Mehrheit befürwortet.

Der Landesvorstand stellt sich nicht nur gegen Ulf Dunkel, sondern auch gegen den Kreisvorstand und die Mit-glieder des Kreisverbandes.

Wenn der Landesvorstand trotz aller Appelle nicht von einem Ausschlussverfahrens absehen will, sollten die beiden Vorsitzenden Rückgrat zeigen und im Falle ihres Scheiterns ihre Ämter zur Verfügung stellen.

Manfred Lorentschat 26676 Barßel