Schortens - Das Güstkinnelbeer ist und bleibt seit mehr als 80 Jahren eines der ältesten Traditionsfeste. Im Jeverland gibt es nach der Geburt eines Kindes für Verwandte und Nachbarn, die zum „Kindbekieken“ kommen, das so genannte Kinnelbeer. Das Getränk, das schon vor dem „Ereignis“ aus Branntwein, Kandis und Rosinen angesetzt worden ist, wird in einem Köppken aus Zinn gereicht.

Lädt man dagegen zu „Branntwien un Rosinen“ ein, ohne eine Geburt feiern zu können, spricht man vom Güstkinnelbeer („güst“: unfruchtbar).

Der Schortenser Heimatverein ehrte beim Güstkinnelbeer Mitglieder für langjährige Treue: Margret Hillers, Klaus Langer, Herbert Schwiering und Annelene Sinske sind 25 Jahre dabei; Margret Bredehorn, Garrelt Toben und Dorothea Wende 40 Jahre.

Rudi Rabe brachte mit seinem Vortrag die Weltereignisse aus den 1930er Jahren ins Gedächtnis zurück. „Van Sanitätsrat Schmeden stammt dat Fatt, worut wi drinkt dat gode Natt. Al mennig Kröger hett de Bohn’ ansett, laat pröven, wo’t van’t Jahr tolett! Nu speel man good dien Rull, schenk ut un maak mien Glas recht vull!“ Mit diesem Spruch wandte sich Michael Kunz an die Gastronomie und eröffnete damit auch die Möglichkeit für alle, das köstliche Getränk zu genießen. Für musikalische Unterhaltung sorgte Waltraud Brüling mit ihrem Schifferklavier.

Christa Arntz schilderte die Geschichte einer alten Dame, die nach gerade überstandener Krankheit noch einen Wunsch hatte, ihren Sohn in Nürnberg zu besuchen. Auf der von der Tochter organisierten Fahrt dorthin sorgte sie für allerlei Irritationen. Hans-Jörg Beyer erzählte eine Geschichte aus seiner Heimat Mullbarg von einem Zecher, der den Heimweg nicht mehr fand und plötzlich vor einem „Toggschloot“ mit Wasser stand und den lieben Herrgott bat, kräftige Blitze zu senden um den Weg zu erhellen. Mit einem „November-Gedicht“ endete das gelungene Fest.