Cloppenburg - Bei schönstem Sommerwetter und zum halben Eintrittspreis haben am Sonntag zahlreiche Familien den Internationalen Museumstag im Cloppenburger Museumsdorf genossen. Neben einem Blick in die zahlreichen historischen Bauten sowie anschaulichen Informationen über das Wohnen und die Handwerkskünste in den vergangenen Jahrhunderten stand das Alltagsleben der Menschen in der Region im Mittelpunkt.

Lukas Aufgebauer, Leiter der museumspädagogischen Abteilung, führte die Besucher unter der Fragestellung „Was macht so ein Museum eigentlich?“ durch das Museum und gab Einblicke in die Sammlung und in ansonsten für Besucher verschlossene Depots.

Die Museumspädagogen hatten eine Menge traditioneller Spiele im Gepäck und luden die Kinder ein, mitzuspielen. Neben Gummitwist, Seilspringen und Sackhüpfen konnten die Kinder auch ihre Geschicklichkeit beim „Hinke-Pinke“ und Eierlaufen erproben. „Für eure Eltern und Großeltern war es immer großartig, wenn sie ein ausgedientes Gummi zum Gummitwistspielen bekamen. Das sah aber nicht so schön bunt und neu aus wie heute“, erklärte Museumspädagogin Monika Malinowski, die den Kindern auf der Dorfwiese alte Spiele erklärte und sie zum Mitmachen aufforderte. Viele dieser Spiele seien den Kindern allerdings völlig unbekannt, wunderte sich die Museumspädagogin.

Nur wenig Zulauf fand die „Dingsprechstunde“, die der wissenschaftliche Mitarbeiter Cai-Olaf Wilgeroth im Rahmen des Forschungsprojekts „Hausfragen“ in der Münchhausen Scheune abhielt. Die Besucher konnten ihre kleinen und großen Lieblingsstücke aus allen Lebensbereichen des Alltags mit ins Museum bringen und dem Ausstellungsleiter vorstellen.

Dabei ging es nicht um kostbare Antiquitäten, sondern um Gegenstände, die etwas vom Leben des Besitzers erzählen. Dabei konnte es sich um ein altes Küchengerät, eine Babywiege oder Spielzeug handeln. Das Museum sammelt und archiviert nicht nur historische Gebäude und Objekte, sondern möchte auch die Sozial- und Kulturgeschichte der Region der vergangenen Jahrzehnte erforschen. Die „Dingsprechstunde“ werde aber auf jeden Fall wiederholt, betonte Wilgeroth. Er hofft dann auf eine Vielzahl von Alltags-Dingen, die ein Stück Familiengeschichte erzählen.