Oldenburg - „Leben bis zuletzt“ lautet das Motto des Ambulanten Hospizdienstes. Und was vor 20 Jahren von einer Gruppe Ehrenamtlicher um Sigrid Singer ins Leben gerufen wurde, hat sich inzwischen unter dem Dach der Stiftung Evangelischer Hospizdienst Oldenburg zu einem Team von sechs hauptamtlichen und 120 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entwickelt. Sie alle setzen sich dafür ein, dass Menschen auf dem letzten Weg ihres Lebens begleitet werden und in Würde sterben können.

Da der Hospizdienst am 1. Januar 1994 offiziell gegründet wurde, soll ein umfangreiches Jubiläumsprogramm während des Jahres 2014 die vielfältigen Aufgaben und Leistungen des Hospizdienstes abbilden. „Ein Festkomitee aus Ehrenamtlichen hat sich ein Jahr lang damit beschäftigt“, berichtet Leiterin Renate Lohmann, „wie das 20-jährige Bestehen des Ambulanten Hospizdienstes gewürdigt werden kann.“

Die Grundidee: Mit dem Thema Sterben, Tod und Trauer aus verschiedenen Blickwinkeln in Kontakt zu kommen. Dazu gehören künstlerische und musikalische Angebote ebenso wie philosophische, literarische und pädagogische Veranstaltungen.

Beteiligt an dem Programm sind daher nach Auskunft von Renate Lohmann auch die Kinder- und Jugendbibliothek, die Werkschule, die Alte Brennerei, die Kirchenmusik St. Ansgar, das Cine K und der Hospizdienst Ammerland. Erreichen will man auch gesellschaftliche Bereiche, in denen die Themen sonst nicht so präsent sind.

Von jeher zeichnete sich der Ambulante Hospizdienst dadurch aus, sich dort zu engagieren, wo Not war. So etwa 1994 bei der Versorgung von Aids-Patienten. Rechtlich war der Hospizdienst zunächst bei der Kreiskirchengemeinde Eversten angesiedelt.

Die Ehrenamtlichen begleiten die Menschen dort, wo sie sind: zu Hause, in Kliniken, in Pflegeheimen oder anderswo. 2002 wurde der Ambulante Hospizdienst in eine Stiftung umgewandelt, für deren sinnvolle Arbeit sich an der Spitze auch Pastor Klaus Backhaus einsetzt. Seit 2006 kümmert sich die Stiftung mit Lucia Loimayr-Wieland und ihrem Team zudem um sterbenskranke Kinder und Jugendliche sowie deren Familien. Bei der Finanzierung dieses Vorhabens half die Presting-Neumann-Stiftung.

Wie Renate Lohmann berichtet, hat sich auch die Trauerbegleitung in den vergangenen zehn Jahren zu einem wichtigen Bereich entwickelt, u.a. auch mit dem Trauercafé. Für jüngere Menschen wird die Trauerbegleitung auch online von jungen Menschen angeboten.

Im Januar 2012 zog die Hospizstiftung in ein eigenes Haus an der Haareneschstraße 62 um. Nicht zuletzt die Leserinnen und Leser der NWZ  hatten während der Weihnachtsaktion 2009 etwa 260 000 Euro für dieses Projekt gespendet. In dem zweigeschossigen Gebäude treffen sich die Ehrenamtlichen und die Trauernden. Es finden Fortbildungen und Beratungen statt.

„Die Ehrenamtlichen sind es“, so sagt Renate Lohmann, „die eine Brücke in die Gesellschaft bauen.“