Rastede - „Ja, ich habe Lampenfieber“, gibt Jan Hümme unumwunden zu. „Wäre mir lieber, wenn der Auftritt schon vorbei wäre.“ Leicht angespannt war am Sonntag auf dem Rasteder Turnierplatz nicht nur die 16-jährige Westerstederin, die zur Jagdbläsergruppe Ammerland gehört. So manche Gruppe, die noch nicht aufgetreten war, schien doch etwas nervös zu sein. „Man will ja sein Bestes geben und hat den Ehrgeiz, möglichst gut abzuschneiden und das sorgt schon für Lampenfieber“, sagte Jana.
Jana Hümme und die Jagdbläsergruppe Ammerland gehörten zu rund 900 Musikern aus Niedersachsen, Bremen und Schleswig-Hostein, die in den Residenzort gekommen waren. Erstmals wurde dort der Landeskürwettbewerb im Jagdhornblasen ausgetragen, und nicht nur das: Die Residenzort Rastede GmbH hatte zu den 1. Naturerlebnistagen auf dem Rasteder Turnierplatz eingeladen, die zugleich den Rahmen für den Bläserwettstreit boten. Schirmherr der Veranstaltung war Christian Herzog von Oldenburg.
„55 Jagdhornbläsergruppen aus ganz Niedersachsen treten hier an diesem Sonntag an, dazu kommen zwei Gastgruppen aus Bremen und eine aus Schleswig-Holstein“, erläuterte Sigrid Tönnies, Landesbläserobfrau aus Visbek (Landkreis Vechta). Das Schöne an diesem Wettstreit sei, dass hier nicht die Leistungsgruppen, sondern reine Brauchtumsgruppen zu hören seien.
Fünf Richter beurteilten die Darbietungen. Je nach Schwierigkeitsgrad der Musikstücke traten die Gruppen in der Ober-, Mittel- und Unterstufe an. „Jagdsignale erklingen hier nicht, sondern Jagdmärsche und konzertante Stücke.“ Auf den Tribünen lauschten die Zuhörer, darunter viele Familienmitglieder der Musiker.
Ammerländer landeten nicht auf dem Siegertreppchen: In der Oberstufe der B-Hörner (Pless- und Parforcehörner) gewann die Bläsergruppe Hameln/Pyrmont, die Jagdhornbläsergruppen aus Dwergte und Ramsloh teilten sich in der Mittelstufe Platz eins und in der Unterstufe siegte die Bambigruppe des Hegerings Dinklage. Bei den ES-Hörnern (reine Naturhörner) mit sechs Gruppen gewann die Jagdhornbläsergruppe Betzendorf.
„Natur erleben“ hieß es ein paar Schritte weiter in Richtung Parkplatz am Ellernteich, wo rund 50 Aussteller über Umwelt und Jagd, Landwirtschaft und Angelsport, das Bogenschießen, die Imkerei, die Forstwirtschaft und einiges mehr informierten. Mitmachen wurde groß geschrieben – ob beim Nistkastenbau, bei zahlreichen Spielen oder beim Stockbrotbanken.
Vieles über Flora und Fauna erfahren konnten die Besucher am Sonnabend und Sonntag zudem in zahlreichen Vorträgen. Das Spektrum reichte vom Steinmarder als schlechter Hausfreund über Trinkwasser als Lebensmittel Nr. 1 bis zu Ausbildungswegen zu grünen Berufen. Außerdem wurden Führungen im Rasteder Schlosspark angeboten, darunter auch solche mit einer Waldpädagogin.
