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Dorfleben In Halsbek So war das mit dem Kirchenbau

Hildburg Lohmüller

Halsbek - Ob es etwas Besonderes war, als erstes Paar in der Christus-Kirche getraut zu werden, daran haben Ursula und Hermann Schumacher keine Erinnerung. Sie haben sich am 15. Mai 1959 schlichtweg gefreut, dass die Kirche fünf Tage zuvor offiziell geweiht worden war und sie zu Fuß die kurze Entfernung von ihrer damaligen Wohnung gehen konnten. Soviel Aufhebens sei damals nicht um eine Hochzeit gemacht worden. „Pastor Rüdiger Schmidt hat uns getraut“, so Hermann Schumacher. Inzwischen sind Ursula und Hermann Schumacher über 60 Jahre verheiratet und wohnen in ihrem Haus in Halsbek, das sie nach der Heirat gebaut haben.

Und doch spielt Das Halsbeker Gotteshaus eine besondere Bedeutung in der Familie Schumacher: Fast alle kirchlichen Ereignisse wurden in der Halsbeker Kirche gefeiert: Ursula und Hermann Schumacher, beide Jahrgang 1937, haben ihre Ehejubiläen zur Silbernen und Goldenen Hochzeit mit einer Andacht in der Christus-Kirche gefeiert. „Pastor Schmidt, der damals nicht mehr in Halsbek war, hat uns zur Silberhochzeit besucht“, so das Ehepaar.

Pastor wartete schon auf Eheleute

Bei der Diamantenen Hochzeit in diesem Jahr im Mai war das Jubelpaar in Urlaub und hat den Gottesdienstbesuch nachgeholt. „Ich habe euch schon erwartet“, habe Pastor Holger de Buhr schmunzelnd gesagt. Auch ihre drei Kinder Elke, Hartmut und Ingo wurden in der Christus-Kirche getauft und konfirmiert, Elke und Gerhard Behrends und ebenso Ingo und Petra Schumacher auch dort getraut. Von ihren vier Enkelkindern wurden drei im Halsbeker Gotteshaus getauft – eine Enkeltochter wurde am damaligen Wohnsitz in Ockenhausen getauft.

Bislang gibt es drei Urenkelkinder, die ebenfalls alle in der Christus-Kirche getauft wurden – vor gut einer Woche die jüngste Urenkelin Lia aus Wapeldorf. Es gibt noch eine weitere Verbindung: Die Mutter von Ursula Schumacher, Mariechen Barkemeyer, war über sieben Jahre als Küsterin in der Christus-Kirche angestellt und wurde im Februar 1985 in den Ruhestand verabschiedet.

Wunsch nach eigener Kirche erwacht

Die Vorgeschichte des Kirchenbaus in Halsbek fand Ende Februar 1956 ihren Anfang. Wie in der Eggeloger Chronik zur 800-Jahrfeier 1990 zu lesen ist, war im Ort die erste „Woche des Dorfes“ gehalten worden. Trotz grimmiger Kälte hätten sich von Abend zu Abend immer mehr Hörer eingefunden. „Der Wunsch nach einer eigenen Kirche erwachte und schlief nicht wieder ein.

Man trug das Begehren dem Oberkirchenrat vor. Die vorhandenen Mittel aber waren bereits eingesetzt für nicht weniger als sechs Kirchenbauten des Jahres, darunter in Ocholt. Die Besucher erhielten den Bescheid, erst wenn eine Haussammlung in Halsbek für solchen Bau 20 000 DM ergäbe, könne aus dem Wunsch vielleicht ein Plan werden.

Die Halsbeker brachten den geforderten Betrag tatsächlich auf. Als die Eheleute Georg und Martha Janßen mitten im Ort einen Bauplatz anboten, ging es ans Werk.“ Die Grundsteinlegung war am 10. August 1958 und am 10. Mai 1959 wurde die Christus-Kirche durch Bischof Jacobi offiziell eingeweiht.

Erinnerungen an den Kirchenbau

Helmut Böcker, Gebhard Christians (beide Tarbarg) und Herbert Bohlken (Hollwege) waren vor über 60 Jahren am Bau der Kirche mit eingesetzt. „Gebhard und ich haben den Holzturm auf dem Dach für die Glocke mit gebaut“, erzählt Helmut Böcker. Herbert Bohlken erinnert sich an die Empore in der Kirche. Die aus Beton geformten Bauteile habe er mitgesetzt. Alle drei Männer, die damals zwischen 18 und 23 Jahre alt waren, erinnern sich ferner an verschiedene Schalungsarbeiten. Böcker und Christians waren beim Bauunternehmen Willy Heinen, Tarbarg, beschäftigt, Bohlken beim Bauunternehmer Rudolf Lamken, Halsbek.

Der Glockenturm in Holzkonstruktion wurde später zurückgebaut, die beim Läuten hervorgerufenen Schwingungen beeinträchtigten die Stabilität des Kirchendachstuhls. Am 25. Oktober wurde der neue Glockenturm eingeweiht, den Konrad Coldewey, Halsbek, entworfen hatte, und der im wesentlichen durch Spenden und Mithilfe von Gemeindemitgliedern errichtet wurde.

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