Halsbek - „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen: Mathilde Meinen hat mir immer Mut gemacht“, erinnert sich Gerda Klinkebiel an die Zeit, als sie sich im ersten Spinnen übte und ihre Zeit brauchte, um das gleichmäßige Treten im Griff zu haben. Das ist lange her, genau gesagt über 34 Jahre. Am 5. Februar 1983 sei die Spinngruppe ins Leben gerufen worden – noch vor Gründung des Heimatvereins Halsbek. Die inzwischen verstorbene Mathilde Meinen habe die Gruppe gegründet und geleitet. Gerda Klinkebiel war vom ersten Termin an dabei und bereits zwei Jahre später hat sie die Leitung übernommen, die ersten Jahre zusammen mit Käthe Lübkemann. „Der Heimatverein ist 1985 gegründet worden, und wir waren die erste Gruppe, die im Heimathaus ihren festen Platz hatte“, so Gerda Klinkebiel. Sie hat die Anfangsjahre noch genau vor Augen: „Zu den Übungsabenden sind wir damals in Tracht erschienen“. Doch das Schultertuch habe beim Üben behindert. So habe man davon Abstand genommen und nur auf Veranstaltungen die Tracht angezogen. „Wir haben schöne Trachten und sind deswegen häufig bewundert worden“, erklärt Edith Janßen, die im August die Leitung der Spinn- und Filzgruppe übernommen hat. „Ich habe es lange gemacht“, sagt Gerda Klinkebiel, die natürlich weiterhin dabei bleiben wird, aber nicht mehr die Verantwortung hat. „Wenn es Terminabsprachen gab, habe ich immer alle angerufen, Whatsapp habe ich nicht“, erzählt die engagierte Moorburgerin mit einem Schmunzeln.
Früher hätten sie die Schafwolle vom Bauern bekommen. „Wir haben die Wolle eingeweicht, gewaschen, gestampft, mehrmals gespült und an der Luft getrocknet – das war viel Arbeit“, erzählt Gerda Klinkebiel und mehrere langjährige Mitglieder stimmen ihr zu. Danach sei das Kardieren oder Kratzen der Wolle gefolgt, um sie gebrauchsfertig zum Verspinnen zu machen. Inzwischen hat die Gruppe einen Lieferanten in Bayern, der Wolle in allen Farben liefern kann.
Vor rund 27 Jahren habe die Spinngruppe an einem Wochenendlehrgang in Lüchow-Dannenberg das Filzen erlernt. „Das war sehr schön, und seitdem sind wir die Spinn- und Filzgruppe“, sagt Gerda Klinkebiel.
Etwa zwölf oder auch mal mehr Teilnehmer aus Halsbek und umzu sind an den Übungsabenden dabei, um das alte Handwerk zu erlernen oder auszuführen. „Es entspannt, lenkt ab und man kann sich bestens dabei unterhalten – der Faden läuft alleine“, so Edith Janßen. Marga Fuths und Gertrud Bredehorn sind ebenfalls seit Jahrzehnten in der Gruppe, während andere neu hinzugekommen sind. Das derzeit jüngste Mitglied in der Gruppe ist die 14-jährige Eske, die als Neunjährige angefangen ist: „Es macht viel Spaß“, sagt sie.
Spinnen sei ein schönes Hobby mit vielen Möglichkeiten und vielen Farben, sind sich die Frauen in der Runde einig.
