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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Bühne: Umtriebiger König vom Kiez feiert Geburtstag

17.11.2017

Hamburg Die Gelegenheit war günstig – wie so oft im Leben von Corny Littmann: Der „Kaiserhof“ auf der Hamburger Reeperbahn stand 1988 leer zur Vermietung. „Wir haben uns das angeguckt und gesagt: machen wir“, erinnert sich der Theaterleiter.

Die Umstände waren alles andere als verlockend: „Wir brauchten ein Darlehen von 100 000 D-Mark. Das wollte uns jedoch keiner geben“, sagt Littmann in der Hausbar seines Schmidt-Theaters. Selbst Freunde hätten ihm und seinen Mitstreitern nur sechs Monate gegeben. Fast 30 Jahre später ist seit der Eröffnung des Theaters ein Imperium entstanden. Am 21. November feiert „Der König vom Kiez“ seinen 65. Geburtstag.

Zur Schmidt-Familie gehören in den Anfangstagen „Herr Schmidt“ (Littmann), Lilo Wanders (Ernie Reinhardt), Mario Rispo und ab 1990 Marlene Jaschke (Jutta Wübbe). Besonders beliebt ist die „Mitternachtsshow“ mit Kleinkunstnummern und Laiendarbietungen. Als der Norddeutsche Rundfunk (NDR) die Show Anfang der 1990er Jahre im Fernsehen überträgt, wird das Theater auch bundesweit bekannt.

Doch wie kommt der Sohn eines Professors für Finanzwirtschaft, geboren im katholischen Münster in Westfalen, zu einer Karriere auf St. Pauli? „Indem man dort nicht sozialisiert wurde“, kommt die prompte Antwort. Mit acht Jahren erhält der Vater einen Ruf an die FU Berlin, mit 15 Jahren wechselt die Familie nach Hamburg. In der wilden Studentenzeit will Littmann Psychologie studieren, ist dann aber doch froh, „nicht in diese Kreise geraten zu sein“.

Dafür entdeckt er seine Liebe zum Theater. Als Mitglied der Theatergruppe „Brühwarm“ steht er mit Themen der Schwulenbewegung auf der Bühne – und will diese als Spitzenkandidat der Hamburger Grünen im Bundestagswahlkampf 1980 auch umsetzen. Damals sorgt er als Aktivist für Schlagzeilen, als er vor Journalisten einen Spiegel in einer öffentlichen Toilette zertrümmert, um heimliche Videoüberwachung durch die Polizei zu beweisen.

Nach dem Coup mit dem Schmidt-Theater bot sich Ende 1990 erneut eine Chance: Das benachbarte „Zillertal“ suchte einen Nachmieter. Littmann und sein Geschäftspartner Norbert Aust schaffen mit dem „Schmidts Tivoli“ eine zweite Bühne, die mit schrägen Ideen und schrillen Shows ein breites Publikum anlockt. Durch ihren wirtschaftlichen Erfolg tragen die beiden Schmidt-Chefs maßgeblich dazu bei, den Kiez aufzuwerten. Als Präsident des Fußballvereins FC St. Pauli (2003–2010) schafft Littmann es, den Kultverein vor dem Konkurs zu retten. Nach dem Aufstieg in die Bundesliga hört Littmann auf: „Wir hatten alles erreicht, was wir wollten, mehr ging nicht.“

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