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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Kino: Bedrückende Momentaufnahme

08.08.2020

Hamburg Wie wäre das Leben wohl verlaufen, wenn man diese eine Entscheidung in der Vergangenheit anders getroffen hätte? Der Film „Wege des Lebens – The Roads Not Taken“ (Start 13. August) mit Oscar-Preisträger Javier Bardem, Salma Hayek und Elle Fanning geht dieser Frage auf schwermütige Art nach.

In Fantasie abgedriftet

Im Mittelpunkt des Dramas von Regisseurin Sally Potter steht der ältere Leo (Bardem). Er liegt völlig geistesabwesend in seinem Bett in seiner schäbigen, kleinen, lauten New Yorker Wohnung direkt an der Bahnlinie. Ab und an brummt er kurz. Niemand dringt zu ihm durch. Er gleitet immer wieder in seine Fantasien ab und stellt sich vor, wie sein Leben wohl gewesen wäre, hätte er an bestimmten Weggabelungen anders entschieden.

Und so teilt sich der Film in drei Stränge, die jeweils 24 Stunden zeigen. Einer zeigt das Leben mit seiner Jugendliebe Dolores (Hayek) in Mexiko, ein zweiter sein Leben als einsamer Schriftsteller auf einer griechischen Insel und der dritte seine Gegenwart mit seiner Tochter Molly (Fanning).

Während die ihren möglicherweise dementen, sprachlosen Vater mit einer Engelsgeduld zum Arzt schiebt, ihm die eingenässten Hosen wechselt und den Davongelaufenen verzweifelt im Supermarkt sucht, gleitet er immer wieder in seine Traumwelten ab. Die sind indes nicht von Glück, Leidenschaft oder tiefer Zufriedenheit bestimmt. Im Gegenteil. Leid und Unglück wegen eines verlorenen Sohnes und die ungesunde Besessenheit von einem jungen Mädchen zeichnen die anderen beiden Wege aus.

Kein unbeschwerter Film

„Wege des Lebens – The Roads Not Taken“ ist kein unbeschwert-leichtes Kinoerlebnis. Aber ein nachdrückliches. Zumindest, was das Spiel der Hauptdarsteller angeht. Potter lässt die Kamera nah über die Gesichter und Händen gleiten und lässt die Emotionen sprechen. Lange Dialoge gibt es nicht. Gesagt wird trotzdem viel. Eine Geschichte wird dennoch nicht erzählt. Zu wenig erfährt man über die Menschen des Films. Das Werk ist stattdessen eine bedrückende Momentaufnahme, das am Ende Raum für Interpretationen lässt. Vielleicht sogar zu viel.

Der Film hatte im Februar noch Premiere auf der Berlinale gefeiert und war im Rennen um den Golden Bären an den Start gegangen. Sally Potter hat in der Vergangenheit immer wieder renommierte Schauspielgrößen in ihren Filmen vereinen können. So holte sie zuletzt für „The Party“ Bruno Ganz, Patricia Clarkson und Kristin Scott Thomas gemeinsam vor die Kamera.

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