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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Vergnügliches aus Lummerland

26.03.2018

Hamburg Michael Endes Kinderbuch „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ gehört längst zum deutschen Kulturgut. Und wie das mit Kulturgut nun mal so ist, sind die Möglichkeiten, es filmisch zu adaptieren, schier unendlich. Für den deutschen Regisseur und Hollywood-Export Dennis Gansel ist „Jim Knopf“ nicht die erste Verfilmung einer bekannten Vorlage: Bereits den erschütternden Jugendroman „Die Welle“ setzte er kongenial um.

Mit der Geschichte rund um Lukas und Jim erfüllt er sich einen Kindheitstraum und weiß offenbar genau, an was für eine Verantwortung das gekoppelt ist. Schließlich verbindet nicht nur er wundervolle Stunden mit Jim Knopf und seinen vielen Freunden in und um die Insel Lummerland.

Wunderbar altmodisch

Als der Postbote eines Tages ein großes Paket an ihr Festland bringt, trauen die Bewohner der Insel Lummerland ihren Augen nicht: In Windeln gehüllt liegt darin ein kleiner dunkelhäutiger Junge, der sie mit großen Augen anstrahlt. Die gutmütige Lebensmittelverkäuferin Frau Waas (Annette Frier) tauft ihn kurzerhand Jim (Solomon Gordon) und nimmt ihn unter ihre Fittiche. Auch mit dem Rest der Inselbewohner schließt er bald Freundschaft – besonders im Lokomotivführer Lukas (Henning Baum) hat er einen Zuhörer gefunden, der ihm außerdem die Faszination für Lokomotiven näherbringt.

Doch je älter Jim wird, desto mehr sehnt er sich nach der Antwort auf die Frage, wo er eigentlich herkommt. Als dann auch noch König Alfons der Viertel-vor-zwölfte (Uwe Ochsenknecht) aufgrund der Überbevölkerung fordert, dass entweder Jim oder Lukas’ geliebte Lokomotive Emma die Insel verlassen muss, brechen die beiden Freunde mitsamt Emma zu einem aufregenden Abenteuer auf.

Gerade an Kinder- und Jugendfilmen geht die Technisierung der Welt heutzutage nicht spurlos vorbei – weder auf inhaltlicher noch auf inszenatorischer Ebene. Dennis Gansel geht einen anderen Weg: Seine Variation von „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ (Kinostart an diesem Donnerstag) ist im besten Sinne altmodisch und baut auf einen Look, der gleichermaßen an den Charme der Augsburger Puppenkiste erinnert und dem Publikum trotzdem einen ganz neuen Einblick in Lummerland und die drumherum liegenden Welten ermöglicht.

Handgemachte Szenen

Computereffekte sind rar gesät und nur vereinzelt wirklich als solche zu erkennen. Stattdessen setzt Gansel auf gleichermaßen abwechslungsreiche wie handgemachte Szenen, die zum Großteil im Berliner Studio Babelsberg entstanden sind. Gespickt mit kreativen Einfällen entfaltet sich auf der Leinwand ein Potpourri sämtlicher Elemente des fantastischen Kinos, das Jung und Alt bis zuletzt in Staunen versetzen wird.

Erzählerisch orientiert sich das Drehbuch stilsicher an der Vorlage, hebt allerdings immer mal wieder Details hervor, die in den vielen anderen Adaptionen des Stoffes nicht ausführlich beleuchtet wurden. So erhält der von Milan Peschel gespielte Scheinriese eine etwas ausführlichere (und äußerst rührende) Episode innerhalb der roadmovie-artigen Inszenierung.

Es ist schon eine Leistung, die vielen Figuren, Handlungsorte und Ideen der Vorlage in einem einzigen Film unterzubringen, ohne ihn aufgebläht oder hektisch wirken zu lassen. Gansel ist das gelungen. Sein Familienabenteuer ist ein mit viel Liebe zum Detail inszeniertes, handwerklich astreines Vergnügen auf dem Niveau internationaler Großproduktionen.


Der Trailer zum Film unter   https://bit.ly/lokomotivführer 
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