HAMBURG - Launige Reden und prominente Gäste zum Abschied von NDR-Intendant Jobst Plog: Mit einem festlichen Empfang hat der Norddeutsche Rundfunk (NDR) seinen langjährigen Intendanten am Freitag aus dem Amt verabschiedet.
Vertreter aus Medien, Kultur, Wirtschaft und Politik kamen ins Studio Hamburg. Alt-Kanzler Gerhard Schröder (SPD) war ebenso unter den Gästen wie Liedermacher Wolf Biermann, die Fußball-Idole Günter Netzer und Uwe Seeler sowie die TV-Moderatoren Anne Will, Sandra Maischberger, Reinhold Beckmann (alle ARD), Claus Kleber (ZDF) und ZDF-Intendant Markus Schächter.
Plogs Nachfolger ist der bisherige WDR-Verwaltungsdirektor Lutz Marmor. Die Vierländeranstalt NDR hat mehr als 3500 Mitarbeiter.
Neben Danksagungen und Lob für seinen Kampf um die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks bekam Plog, der 17 Jahre lang NDR-Intendant war, auch humorvolle Anspielungen zu hören. Plog habe den Sender von Politik befreit, meinte etwa Schröder. Damit habe er jedoch nur ein Ziel verfolgt – „die Macht des Intendanten zu stärken“. An einem solchen Tag sei es wichtig, „nicht nur Freundliches zu sagen, sondern auch Richtiges“, meinte der Alt-Kanzler und wurde ernsthafter in seiner Rede. Er würdigte Plogs Verdienste um die Bewahrung dessen, „was man öffentlich-rechtlichen Rundfunk nennt“. „Seine Qualität zu sichern, heißt nämlich auch, ihn vernünftig zu finanzieren.“ Schröder erinnerte an die Zeiten, als beide in Hannover auf dem Weg gewesen seien „Staranwälte“ zu werden.
Das habe dann nicht geklappt: „Der eine musste dann Intendant werden, der andere Bundeskanzler. So ist das gelegentlich, wenn Lebensträume sich zerschlagen und man auf anderes ausweichen muss.“
Den Werdegang des 66-Jährigen zeichnete Überraschungsredner Günther Jauch ebenfalls auf amüsante Weise in Bildern, Filmaufnahmen und Interviews nach. Er habe Plog als „freien Geist“ kennengelernt. Es gelinge ihm, Menschen für sich einzunehmen, sagte der RTL-Moderator, den Plog vor anderthalb Jahren zur ARD holen wollte.
Plog bedankte sich bei allen. „Ich gehe auch deswegen ruhig und gelassen aus dem Haus, weil Lutz Marmor mein Nachfolger wird“, meinte er. „Ich freue mich auf das neue Leben, das jetzt beginnt.“
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