HAMBURG - Er ist das wohl letzte echte Zugpferd des deutschen Unterhaltungstheaters. Jungenhaft und attraktiv, charmant und heiter, so begeistert Herbert Herrmann seit den 70er Jahren das Publikum. „Chérie, mein Mann kommt“, „Hosenflattern“ oder „Mein Vater, der Junggeselle“, aber auch „Ein seltsames Paar“ und „Barfuß im Park“ heißen die Boulevard-Stücke und Komödien, mit denen der in der Schweiz geborene Schauspieler für volle Privatbühnen-Kassen sorgt – seit 1996 auch als Regisseur und inzwischen an der Seite seiner Lebenspartnerin Nora von Collande („Forsthaus Falkenau“). Am heutigen Dienstag feiert der in Hamburg lebende ewige Sonnyboy, der sich im Fernsehen („Ich heirate eine Familie“) längst rar macht, seinen 70. Geburtstag.

„Ich will eigentlich nur meinen Spaß haben und diesen Spaß auch den Zuschauern vermitteln. Ich will sie nicht belehren“, erklärt Herrmann launig sein Theaterverständnis. Gerade hat er sein morgendliches Fitnessprogramm absolviert und freut sich darauf, vor dem Geburtstagstrubel mit seiner Dauerverlobten für ein paar Tage nach Paris zu fliehen. „Ich habe mir nie Gedanken um mein Alter gemacht“, sagt Herrmann, „als ich 40 und 50 wurde, hat man mir Väterrollen prophezeit, doch es hat sich anders entwickelt“.

Noch immer gefällt er als Liebhaber, derzeit in „Vier linke Hände“ und Noel Cowards „Die Hochzeitsreise“.

In den Spielstätten in der Hauptstadt und in Hamburg, auf Tourneen und Gastspielen steht er mit Nora von Collande vier Monate im Jahr auf der Bühne. Privat machte Herrmann Schlagzeilen mit seinen Verbindungen zu den Kolleginnen Jutta Speidel (1977– 1982) und Susanne Uhlen (1983–1998). Er ist Vater von zwei Söhnen und einer Tochter, längst Großvater. Seiner Altersreife wolle er nun Tribut zollen und verstärkt Komödien auswählen, die „mehr Geschichte dahinter“ hätten.