HAMBURG - HAMBURG - Seit mehr als 30 Jahren leitet er die Geschicke des Hamburg Balletts: Der gebürtige Amerikaner John Neumeier gehört zu den renommiertesten Choreografen. Seine Compagnie tourt um den Globus, seine 130 Choreografien zählen zum internationalen Repertoire, und das von ihm gegründete Ballettzentrum ist einzigartig. „Der Kern ist die Kreativität, und um kreativ sein zu können, braucht man das Instrument der Compagnie und um dieses Instrument ständig zu erneuern, braucht man die Schule“, erklärte Neumeier, der am 24. Februar 65 Jahre alt wird, mal sein Universum.
Ihn interessiert der Mensch, er spürt choreografisch dem nach, was mit Worten nicht gesagt werden kann und möchte der Musik durch den Tanz eine weitere Dimension geben. So schuf er Klassiker-Adaptionen wie „Romeo und Julia“, „Dornröschen“ und „Illusionen – wie Schwanensee“, die Menschen zeigen statt Märchenfiguren. Er erschloss dem Ballett mit „Die Kameliendame“ oder „Tod in Venedig“ Weltliteratur und wagte sich an Kompositionen, die bis dahin als „untanzbar“ galten: Werke von Gustav Mahler oder Mozarts „Requiem“.
Aufgewachsen ist der Kapitänssohn mit einer polnischen Mutter und einem deutschen Großvater in Milwaukee. 1963 kam er zu John Cranko an das Stuttgarter Staatstheater, ging 1969 als jüngster Ballettdirektor Deutschlands nach Frankfurt, um 1973 nach Hamburg zu kommen.
Infos: www.hamburgballett.de
