Hamburg - Eva Schloss, Holocaust-Überlebende und Stiefschwester von Anne Frank, hatte nach eigenem Bekunden Probleme damit, dass Anne Franks Schicksal im Gegensatz zu ihrem eigenen die Welt bewegte. „Ich war eifersüchtig. Das ist genauso als würde man hassen“, sagte die 90-Jährige im Interview mit dem „Zeit-Magazin“. „Es hat lange gedauert, bis ich das akzeptieren konnte. Ich hatte ja dasselbe mitgemacht und bin sogar am Leben!“ Schloss war 1944 mit ihrer Familie nach Auschwitz deportiert worden. Nur sie und ihre Mutter überlebten, ihre Mutter heiratete 1953 den Vater von Anne Frank. „Die Zeit nach Auschwitz war für mich eigentlich schwerer als die Zeit im Lager“, sagte Schloss. „Ich fühlte mich schuldig, weil ich überlebt hatte.“