HAMBURG - „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende, „Der Vorleser“ von Bernhard Schlink und Goethes „Faust“ – das sind die drei Titel, die in einem internationalen Wettbewerb des Goethe- Instituts am häufigsten als deutsches Lieblingsbuch genannt werden. Rund 3000 Leser zwischen sieben und 86 Jahren haben sich bisher beteiligt, etwa 40 Prozent davon aus dem Ausland – von allen Kontinenten außer der Antarktis.

Das weltweit tätige Kulturinstitut schrieb den gegenwärtig noch laufenden Wettbewerb „Geschichte einer Freundschaft – Mein Lieblingsbuch“ mit dem Wunsch aus, die Freude an der deutschen Sprache wieder mehr in das Bewusstsein zu rücken. Die Leser sollen erzählen, was sie bei der Lektüre berührt, gefesselt oder verzaubert hat.

Auffallend häufig bleibt eine Kindheitserinnerung zeitlebens der beste Begleiter. So auch bei Ivana Cvijanovic aus Serbien: „Das Buch, das mir am meisten bedeutet, ist ein einfaches Kinderbuch – ,Laura, du schaffst das’ von Manfred Mai. Dieses Buch ist eines der kostbarsten Dinge, die ich besitze. Es hat mir auf eine ungewöhnliche Weise die Augen geöffnet.“

Auch der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger gesteht auf der Homepage des Wettbewerbs seine Liebe zu dem Bilderbuch „Hatschi Bratschi“ (1922) von Franz Karl Ginzkey. „Ich hatte damals, mit fünf, etwas gegen die Schwerkraft und wollte davonfliegen, und da kamen mir Verse wie dieser gerade recht: Pfeilschnell durch die Luft davon / flog Hatschi Bratschis Luftballon.“

Das Goethe-Institut setzt mit dem Wettbewerb seine Zusammenarbeit mit dem Deutschen Sprachrat fort. 2004 hatten die beiden Institutionen mit großem Erfolg die Suche nach dem schönsten deutschen Wort gestartet. 2007 folgte die Suche nach dem schönsten ersten Satz.

Aus den eingereichten Plädoyers für das eigene Lieblingsbuch wählt eine Jury die schönsten Liebeserklärungen aus und prämiert sie mit Sachpreisen. Einsendeschluss ist der 20. August.