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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Auktion: Hammerpreis im wahrsten Sinne

14.11.2013

New York Der Applaus war mäßig, als hätten die paar Hundert Gäste bei Christie’s gar nicht gemerkt, dass gerade Kunstgeschichte geschrieben worden war. Wurde aber: Vielleicht erhofft, aber ganz sicher nicht ernsthaft erwartet hat ein Triptychon von Francis Bacon den Rekord als teuerstes Werk der Auktionsgeschichte aufgestellt. Es ist nicht annähernd so bekannt wie der bisherige Rekordhalter, hat mit gut 142 Millionen Dollar den legendären „Schrei“ von Edvard Munch aber alt aussehen lassen.

Gerade eineinhalb Jahre ist es her, dass der internationalen Kunstwelt der Atem stockte. Für fast 120 Millionen Dollar war Munchs „Schrei“ (Bild links) versteigert worden. Weltrekord. Der Chefauktionator von Sotheby’s, der sonst betont sachliche Tobias Meyer, ließ sich damals sogar zu einem „I love you!“ an den Käufer hinreißen.

Doch der Rekord währte nicht sehr lang: Am Dienstagabend waren es gleich 142,4 Millionen Dollar (106 Millionen Euro), die „Three Studies of Lucian Freud“ kosteten. Damit wurde erstmals ein Bild für umgerechnet mehr als 100 Millionen Euro zugeschlagen. Und der Auktionärsbegriff „Hammerpreis“ bekam so eine ganz neue Dimension.

Das Besondere: Im Gegensatz zum Munch hatte keiner so wirklich an dem Abend mit einem Rekord gerechnet. Christie’s hatte vorsorglich auch keinen Schätzpreis genannt, doch in dem Auktionshaus hoffte man auf 90 Millionen Dollar.

Damit wäre nicht nur der im Jahr 2008 aufgestellte Bacon-Rekord um vier Millionen übertroffen worden, es wäre sicher auch der Kunstdeal des Jahres geworden. Nun wurde es sogar ein Stück Auktionsgeschichte.

Dabei ist das Triptychon von 1969 im Gegensatz zum „Schrei“, den fast jeder schon einmal gesehen hat, eher etwas für Kenner. Die drei Bilder, jedes zwei Meter hoch und fast eineinhalb Meter breit, zeigen den in Berlin geborenen britischen Maler Lucian Freud.

Freud (1922–2011) war 13 Jahre jünger als Bacon (1909–1992), und er war ein Enkel des Psychoanalytikers Sigmund Freud und gleichzeitig Malerkollege von Bacon. Beide malten sich mehrfach gegenseitig. Aber natürlich ist Lucian Freud nicht zu erkennen. Wie bei dem Iren Bacon üblich, hat er die Gesichter übermalt, als wolle er sie unkenntlich machen.

Die drei Bilder sind noch nie zusammen auf einer Auktion angeboten worden. Allerdings waren sie mehrfach zu sehen, zum Beispiel bald nach ihrer Entstehung in der Kunsthalle Düsseldorf. Viele Jahre waren die drei Bilder aber getrennt, jetzt wurden sie wieder als Triptychon zusammen verkauft.

Wer sie kaufte, gab das Auktionshaus nicht preis. In diesen Preisdimensionen schweigt man.

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