Bockhorn - Erstmals gesehen haben sie sich auf einem Dorfball in Waddewarden, doch richtig zusammengekommen sind Ewald und Hanna Frerichs auf ungewöhnliche Weise. Er transportierte Milch zur Molkerei in Wilhelmshaven, sie nutzte mit Freundinnen den Milchwagen als kostenloses Taxi, um ihre Schwester in der Marinestadt zu besuchen. Das war nach dem Krieg so, und für Ewald und Hanna Frerichs folgte daraus die Hochzeit, gefeiert vor 65 Jahren, am 22. Mai 1948.
Hanna Frerichs hatte nach der Schule zunächst auf dem elterlichen Bauernhof gearbeitet und dann die Landfrauenschule im Neuenburger Schloss besucht. Die Jugend war für Ewald Frerichs wie für fast alle Männer seiner Generation von den Kriegszeiten geprägt. Zunächst als Schmied auf der Kriegsmarinewerft in Wilhelmshaven eingesetzt, folgte die Stationierung im U-Boot-Bunker im französischen Saint-Nazaire.
In Paris wurde Ewald Frerichs später noch gemustert, um bis Oktober 1945 im Dienst der Marine zu sein: „Wir mussten die Minen suchen, die wir selbst gelegt hatten“, berichtet er. Sein Schiff wurde später an die Russen übergeben, Frerichs arbeitete als Artilleriemechaniker.
Dann fuhr er zwei Jahre lang den Milchwagen. 1948, im Jahr der Hochzeit mit Hanna, machte sich Ewald Frerichs als Fuhrunternehmer selbstständig, in seinem Geburtsort Steinhausen. „Ich habe damals 500 000 Klinkersteine für den Bau der Landesstraße in Steinhausen gefahren“, erzählt Frerichs. Und Rohre für Wasserleitungen, zwei Waggons voll am Tag.
Rohre fuhr Frerichs auch zum Marinearsenal in Wilhelmshaven – bis er die Seiten wechselte. 1965 gab er sein Transportgeschäft auf und arbeitete fürderhin im Arsenal als Torpedoschlosser – auf Empfehlung eines alten Kameraden aus französischen U-Boot-Bunker-Zeiten.
1956 hatten sich Ewald und Hanna Frerichs am Loogenweg das Haus gebaut, in dem sie heute noch leben. Geboßelt hat Ewald Frerichs auch, aber das ist lange her. Im Gemischten Chor „Blüh auf“ Steinhausen ist er Mitglied, und seit 26 Jahren im VdK Bockhorn. Gefeiert wird nun im Kreise der Familie, zu der ein Sohn, Schwiegersohn Fritz Meiners, vier Enkel und drei Urenkel gehören.
