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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Streit bei den Welfen: Marienburg-Verkauf liegt weiter auf Eis

10.01.2019

Hannover Der Verkauf der maroden Marienburg an das Land Niedersachsen liegt sechs Wochen nach Verkündung weiter auf Eis. Dies bestätigte eine Sprecherin des zuständigen Wissenschaftsministeriums auf Nachfrage dieser Zeitung.

Wann der ursprünglich zum Jahreswechsel geplante Übergang über die Bühne gehen kann, ist noch nicht abzusehen. Beobachter halten eine monatelange Verzögerung oder einen Betriebsübergang zum kommenden Jahreswechsel für möglich. Gleichwohl wolle das Land an dem Geschäft festhalten, sagte die Sprecherin.

Ende November hatte Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) verkündet, dass eine Tochtergesellschaft der landeseigenen Klosterkammer das Schloss zum symbolischen Preis von einem Euro von den Welfen kaufe. Gleichzeitig sollten die zahlreichen Kunstschätze gesichert und die Gastronomie an neue Betreiber vergeben werden.

Allerdings hatte er die Rechnung ohne den schillernden Vater des Verkäufers gemacht. Der in Österreich lebende Ernst August senior hatte die ehemalige Sommerresidenz von König Georg V. von Hannover 2004 an seinen Sohn verschenkt, forderte sie aber Anfang Dezember „wegen groben Undanks“ vom inzwischen in Hannover lebenden Erbprinzen Ernst August junior zurück. Während sich die Familienanwälte streiten, ruht das Geschäft.

Möglicherweise kommt der Familienzwist Minister Thümler sogar ganz recht, denn die Kaufankündigung hatte der Landesregierung viel Kritik eingebracht: Die Opposition hält den Übergang für glatten Rechtsbruch und die Übernahme durch die Klosterkammertochter für ein „Strohmanngeschäft“ (Grüne), um rechtliche Vorgaben zum Haushalt, Landesliegenschaften und zur Klosterkammer zu umgehen.

Tatsächlich gilt der Kaufpreis nicht als Schnäppchen: Offiziell schiebt das Schloss einen Sanierungsbedarf von insgesamt 27 Millionen Euro vor sich her.

Und die Welfen verkaufen auch nicht ohne Grund: Im laufenden Betrieb hat die Marienburg in den vergangenen Jahren rote Zahlen geschrieben. Nun will Ernst August junior Besichtigungstouren und Gastronomie so lange aufrecht erhalten, bis der Übergang an die neuen Betreiber möglich ist.

Ein geregelter Betrieb wäre übrigens für viele Verliebte wünschenswert: Das Standesamt Pattensen hat alle für dieses Jahr vorgesehenen 30 Trauungstermine auf dem Schloss bereits vergeben. Man gehe fest davon aus, dass die Eheschließungen auch stattfinden, heißt es.

Klaus Wieschemeyer Korrespondent / Redaktion Hannover
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