HANNOVER - In einem Festgottesdienst ist Ralf Meister am Sonnabend als neuer Bischof von Hannover in sein Amt eingeführt worden. An der Spitze von Deutschlands größter evangelischer Landeskirche trat der bisherige Berliner Generalsuperintendent Margot Käßmanns Nachfolge an. Sie war nach einer Alkoholfahrt zurückgetreten.
Meister warnte in seiner Einführungspredigt vor den Gefahren der Atomkraft. „Unsere Kernkraftwerke sind sicher – eine trügerische Gewissheit. Das erleben wir in Fukushima schmerzhaft“, sagte er. „Es gibt kein Recht auf absolute Sicherheit und deshalb müssen alle menschlichen Gewissheiten vor Gott geprüft werden. Unserer Verantwortung für die Zukunft dieser Erde setzt Gott einen Rahmen.“ Meister rief ebenfalls zu einem friedlichen Miteinander mit dem Islam auf.
Zu dem Festgottesdienst in der Marktkirche und einem daneben errichteten Zelt waren 2000 Gäste gekommen, darunter hochrangige Vertreter aus Politik und Kirche wie Ministerpräsident David McAllister (CDU).
Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands, Bayerns Landesbischof Johannes Friedrich, hängte Meister das Bischofskreuz um. Er unterstrich die Bedeutung des Bischofs für die Einheit der Kirche auch über Konfessionsgrenzen hinweg. Als Zeichen des Miteinanders mit der katholischen Kirche war der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle in Meisters Einführung mit einbezogen.
Nach mehr als zehn Jahren im Amt wurde auch Käßmann offiziell verabschiedet. „Du warst eine Landesbischöfin, die die Menschen begeistert und die Mut gemacht hat zum Gottvertrauen, die die Menschen erreicht hat, wo und wie immer sie leben“, würdigte Friedrich das Wirken der beliebten Ex-Bischöfin.
