HANNOVER - Ein Gutachterstreit bestimmt weiter den Totschlagsprozess gegen eine Krebsärztin in Hannover, die acht Patienten mit überdosierten Schmerzmitteln getötet haben soll. Am Dienstag waren sich die Experten im Gerichtssaal nicht einig, ob ein schwer krebskranker 52 Jahre alter Patient von der angeklagten Medizinerin fachgerecht behandelt wurde.
Der Mann sei so von Krebsgeschwüren befallen gewesen, dass keine Hoffnung mehr für ihn bestand, erklärte ein Sachverständiger im Landgericht. Kein Chirurg der Welt hätte die Gehirnmetastasen dieses Patienten operiert, sagte der Frankfurter Medizinprofessor. Nach Auffassung von zwei anderen Gutachtern hätte die Krebsärztin dagegen sehr wohl weitere Untersuchungen anordnen müssen. Der 58-Jährigen wird vorgeworfen, zwischen 2001 und 2003 in der Paracelsus-Klinik in Langenhagen bei Hannover acht Patienten mit überhöhten Morphium-Dosen getötet zu haben.
