HANNOVER - Besucher des Sprengel Museums Hannover wollen das Bild Katze in Berglandschaft kaufen, das als Fälschung entlarvt worden ist. Mehrere Interessierte hätten sich gemeldet, sagte Museumsdirektor Ulrich Krempel. In der vergangenen Woche war die Katze, ein angebliches Werk von Heinrich Campendonk (18891957), nach einer Farbanalyse als Fälschung überführt worden. Der mutmaßliche Urheber Wolfgang B. und seine drei Komplizen stehen derzeit in einem der größten Kunstskandale der Nachkriegszeit in Köln vor Gericht. Die Bande soll mindestens 47 angeblich von Avantgarde-Künstlern stammende Werke auf den internationalen Kunstmarkt geschleust haben.
Das Sprengel Museum sieht keine Notwendigkeit, nach dem Vorfall seine gesamte Sammlung auf die Echtheit der Bilder zu überprüfen. Ich gehe im Augenblick nicht davon aus, dass wir weitere Arbeiten aus dieser Quelle haben, sagte Krempel. Die Katze in Berglandschaft wäre ein Frühwerk des mutmaßlichen Fälschers Wolfgang B. Es war schon 1989 im Werkverzeichnis prominent abgebildet, berichtete Krempel. Selbst Campendonks Sohn sei begeistert von der Katze gewesen. Wir hatten keinen Anlass an der Echtheit zu zweifeln, betonte der Museumsdirektor.
Die Fritz-Behrens-Stiftung hatte das Bild erst 2010 für eine Million Euro von der Münchner Galerie Thomas gekauft und dem Museum als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt. Die Galerie will den Kauf jetzt rückabwickeln, solange bleibt die Fälschung im Depot. Dann werden wir ein echtes Bild erwerben, sagte der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Matthias Fontaine, am Mittwoch. Der Fall sei keine Blamage für die Stiftung.
Ob die gefälschte Katze möglicherweise auf dem Müll landet, ist noch unklar. Ich weiß noch nicht, was wir damit tun werden, so Galerie-Inhaber Raimund Thomas. Für ein Museum für Fälschungen gäbe es ja mittlerweile genügend Bilder.
