HANSTEDT - Die siebenjährige Mareike hat ihren „Schnuffel“ mitgebracht. Mit kritischem Blick sieht sich Preisrichter Fredie Siemen aus Delmenhorst das hellbraune Hobby-Kaninchen an. „Es hat einen schönen Kopf, wie ein Löwe“, sagt er. „Leider ist die Fellhaut am Hals etwas lose. Aber das Tier ist gut gepflegt.“ Am Ende gibt’s für „Schnuffel“ 25 Punkte und Mareike erhält eine Urkunde wie ein richtiger Züchter.

Bei der Klein- und Jungtierschau des Kleintierzüchtervereins I 23 Düngstrup und Umgebung am Wochenende auf dem Gelände des Hanstedter „Café Kuhstall“ haben Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, ihre Lieblinge begutachten zu lassen. Bewertet werden Körpergewicht und -typ, das Fellhaar, Körperbeschaffenheit, Kopf, Auge und Ohren sowie der Gesundheitszustand, wie Vereinsvorsitzender Gerd Harms erläutert. Gleichzeitig können sich die Jugendlichen über Pflege und Fütterung informieren.

Insgesamt 50 Tiere stellen die Züchter auf der Schau vor, zumeist englische Schecken, Rote Neuseeländer, Angora- und Alaska-Kaninchen. Die beste Bewertung erhält Ralf Timmermann mit seinen Roten Neuseeländern.

Harms selbst präsentiert gemeinsam mit Enkel Niklas Hollinden (9) „Kastanienbraune Lothringer“. „Wir sind die einzigen in Weser-Ems, die diese Rasse züchten“, sagt Harms, während er ein Exemplar stolz hochhebt. Die Rasse zeichne sich unter anderem durch eine spitze Kopfform aus. „Augen und Ohren sollten wie beim Wildkaninchen stark hervortreten.“

Den Besuchern wurde zudem ein umfangreiches Rahmenprogramm geboten. Imker Joachim Hartmann hatte an seinem Stand nicht nur zahlreiche Honigprodukte aufgebaut, sondern zeigte im Formicarium zugleich ein Waldameisennest im Querschnitt. Über eine Kunststoffröhre gelangten die Krabbeltiere zur Futterstelle mit Honig. Kostenlos gab’s Tipps zu Wespen- und Bienenstichen. Zudem tagten die Züchter des Alaska- und Havanna-Clubs I 34 Weser-Ems. Harms wies bereits auf die Schau am 18. und 19. Oktober in der Widukindhalle hin. Rund 120 Züchter wollen anreisen.