Harpstedt - „Ich wollte mich eigentlich nicht mehr äußern für 50 Jahre“, sang Steffen Akkermann am frühen Sonntagabend in der Christuskirche in Harpstedt nach der Melodie von Frank Sinatras „It’s my way“. Aber wie schon viele Prominente vor ihm nutzte auch er den Welthit, um sich für die Zeit mit und um die Musik zu bedanken. Und dass Akkermann gerne unbeirrt gute Wege beschreitet, eilte ihm nicht nur an diesem Abend voraus, sondern bewies es mit dieser Art „Rede“.
Zwei Jubiläen
Im Rahmen des 68. Sängerfestes des Sängerkreises Klosterbach-Delme im Kreischor Verband Diepholz unter dem Dach des Chorverbandes Niedersachsen Bremen gab es gleich zwei Jubiläen zu feiern. Zum einen das 50-jährige Dirigenten-Jubiläum von Steffen Akkermann, aber auch die mittlerweile 25 Jahre währende Freundschaft der Harpstedter zur Singgemeinschaft Engelsdorf/Leipzig. Ein Abend mit Emotionen, Liedgut und gut gemeinten aber vor allem anerkennenden Worten. Ein Jubiläumskonzert, das für volle Kirchenbankreihen in der Harpstedter Kirche sorgte.
„Wir ehren ihn heute“, sprach Sängerkreisvorsitzender Fred Büchau, der das Jubiläumskonzert auch moderierte, ins Mikrofon und eröffnete den Reigen der Grußworte. Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse hob zunächst die „Silberne Hochzeit“, die 25 Jahre währende Freundschaft zu dem Singkreis aus Leipzig, hervor. Akkermann sprach er die Anerkennung für sein Engagement um die Musik aus. „Ein halbes Jahrhundert Dirigent des Gemischten Chors Harpstedt. Wer schafft das schon?“, so Wöbse. Und das, obwohl Akkermann kein gebürtiger Harpstedter sei, sondern sich als Lehrer Anerkennung verschafft habe.
Peter Knospe, selbst seit über 50 Jahren Gesamtchorleiter im Kreischorverband Diepholz, hielt die Laudatio auf Akkermann, den er seit 30 Jahren gut kennt. „Wir alle haben zu danken.“ Akkermann habe sich nie selbst inszeniert, sei ein Überzeugungstäter, habe sich Distanz und Professionalität bewahrt und sei musikalisch beseelt. „Nicht mehr und nicht weniger“, so Knospe. Akkermann habe sich daneben als Kulturfachmann bewiesen, der auch die Lyrik zu nutzen wisse sowie fremde Sprachen und niemals den roten Faden vermissen lasse.
Mit netten Worten sparte auch nicht Angela Willms, Vorsitzende des Gemischten Chors Harpstedt. Den Präsentkorb und die goldene Erinnerungsmedaille und -urkunde hatte zuvor schon der Vorsitzende des Kreischor-Verbandes Diepholz Herbert Heidemann nach seinem Grußwort überreicht. Vom Sängerkreis gab es das „Halleluja“ gesungen von Alexia Drawhorn als Ständchen.
Musik im Mittelpunkt
Was blieb, war dann die Chormusik. Steffen Akkermann tat das, was er am besten kann, er dirigierte alle Chöre zum „Soli deo gloria“.
Viel Beifall gab es für die Einzelauftritte. Wie zum Beispiel den Harpstedter Ohrwürmern, geleitet von Lena Hannekum, aber auch den Gästen aus Leipzig. Katharina Hesse stellte die Chorgemeinschaft Engelsdorf mit sechs Liedern vor.
Mit dabei auch Ute Klitte und die Landstreicher, der MGV Liedertafel mit Dirigent Bernd Gerke, der auch eine Eigenkomposition vorstellte sowie der Gemischte Chor Bassum, dirigiert von Daniela Predescu, der MGV Liedertafel Bassum unter der Leitung von Christiane Brandt und natürlich der Gemischte Chor Harpstedt, den Akkermann persönlich vorstellte.
