Harpstedt - Claudia Schlenger wollte neue Räume betreten – im übertragenen Sinne. Die Kanzlei Musch und Delank an der Burgstraße 3 in Harpstedt hatte zwei neue Räume errichtet. Eine Künstlerfreundin stellte den Kontakt zur Kanzlei her. Eins und eins zusammengezählt: Die neue Ausstellung der Künstlerin Schlenger sollte unter dem Titel „R.Ä.U.M.E.“ in der Kanzlei ausgerichtet werden. Jetzt ist die Eröffnung gefeiert worden.
34 Bilder
Viele leere Wände gebe es in der Kanzlei, sagte Martin Delank. Deshalb stellen er und seine Kollegen seit Einzug in das Gebäude vor rund zehn Jahren Künstlern diese Wände zur Verfügung.
34 Bilder stellt Schlenger bis 28. März dort aus. Auf zum Teil 1,20 mal 1,40 Meter großen Leinwänden zeigt die Künstlerin Schiffe, Farbtuben, Tiere. Die Motive, die „ganz frisch“ 2018 entstanden sind, erstellte sie mit der Acryl-Pinseltechnik. Sonst benutzt sie den Spachtel. Aber die 52-Jährige wollte eben bei der Arbeit an der Leinwand neue Räume betreten. Himmel und Wasser sind sattrot. Diese Farbauswahl begründet sie mit Kreativität. „Ich bin keine naturgetreue Malerin.“
Das Rot dominiert in ihren Bildern. Und ist Teil des Titels: Das R steht für Rot. „Es steht für Bewegung und Aktion.“ Das Ä steht für Änderung – in diesem Fall für die Veränderung ihres Malstils. „Unfertig“ verbirgt sich hinter dem U. Dieses Wort trifft auf die mit Absicht unbemalten Stellen in ihren Bildern zu. Schlenger ist in Cuxhaven aufgewachsen, bezeichnet sich selbst als Küstenkind – logisch also, dass das M für Meer steht. Erbärmlich. Dafür steht das E im Titel. „Es ist erbärmlich, wie wir mit unserer Umwelt umgehen.“
Es ist denn auch die Umwelt, von der sich die Künstlerin inspirieren lässt. „Im letzten Jahr war ich oft an der Weser. Wenn ich etwas sehe, zeichne ich es auf und nehme es als Idee mit nach Hause.“ Die Idee, bestimmte Objekte unbemalt zu lassen, hat sie von ihrer Tochter. Als das Mädchen auf einer Leinwand eine Landschaft gemalt hat, ließ sie bestimmte Dinge weiß. Einfach so. Das gefiel Schlenger so gut, dass sie die Idee übernahm.
Seit 2000 im Landkreis
Das „Küstenkind“ ist von ihrem Vater an die Ölmalerei herangeführt worden. 1998 zog sie nach Bremen, legte dort an der Hochschule für Künste im Studium ihren Schwerpunkt auf Malerei. 2000 zog es sie weiter nach Bookholzberg, wo sie nach wie vor lebt.
Mit ihren Bildern hat die 52-Jährige den Geschmack von Martin Delank getroffen, in dessen Büro drei große Bilder hängen. „Rot ist meine Lieblingsfarbe“, sagte er. Die Ausstellung ist zu folgenden Zeiten zu sehen: montags von 10 bis 12 Uhr und 15 bis 17 Uhr, mittwochs 10 bis 12 Uhr, donnerstags 10 bis 12 Uhr und 15 bis 17 Uhr.
