HARPSTEDT - An Blättern von Heilkräutern reiben, die Inschrift ertasten in Tafeln mit den zehn Geboten, Symbole auf Findlingen entdecken, an wunderhaften Duftgeranien schnuppern: Durch das sinnliche Angebot eines Bibelgartens will die ev.-luth. Kirchengemeinde Harpstedt neue Türen zur Kirche öffnen, eine besondere Art der Verkündigung umsetzen; zugleich aber auch ein touristisch interessantes Angebot an der Christuskirche schaffen. Nach achtwöchiger Bau- und Pflanzarbeit ist es am Pfingstsonntag nun so weit: Der „Christusgarten“, ein Bibelgarten mit acht Stationen zum Leben, Wirken, Sterben und Auferstehen Jesu, wird eingeweiht.
Landessuperintendent Dr. Burghard Krause wird die Einweihungshandlung in einem ungewöhnlichen Festgottesdienst vornehmen: Nach der Predigt, in der der Regionalbischof über das Pfingstereignis spricht (Apostelgeschichte 2) und über die verschiedenen Wege, Glauben zu kommunizieren, den Bogen auch zum Bibelgarten schlägt, zieht die Gemeinde aus der Kirche. Angeführt vom ehemaligen Konfirmanden Alexander Mende, der ein von Claus Lampe gestiftetes Steinekreuz trägt, geht es zu den ersten beiden Stationen des Christusgartens vorm Pfarrhaus. Dort klingt der Gottesdienst, an dem auch der ehemalige Kirchenvorsteher Walter Wiegmann (Lesung) und Pastorin Carola Holtin (Liturgie) mitwirken, nach der eigentlichen Einweihungshandlung aus. Die Straße bleibe während dieser Zeit für den Verkehr gesperrt, kündigt die Kirchengemeinde an.
Nach dem Gottesdienst sind dann alle zum Kirchenkaffee im Südschiff der Christuskirche eingeladen; ab 12 Uhr folgt ein Brunch im Pfarrgarten.
In der Kirche erläutert Claus Lampe ab 11 Uhr seine umfangreiche Sammlung biblischer Steine. Und wer mag, kann sich anhand einer Bilderpräsentation über den Bau des Bibelgartens und auch den engagierten Einsatz der gut 50 ehrenamtlichen Helfer informieren – von Baugruppe der Kirchengemeinde über Koems-Rentnerband bis Konfirmanden- und Mädchengruppe. „Toll, wie viele mitgeholfen haben, Jung und Alt“, freut sich Pastor Gunnar Schulz-Achelis: „Ohne sie hätten wir es nicht geschafft.“
„Es steckt unglaublich viel drin“, sieht Pastorin Holtin im Bibelgarten einen großen Gewinn. Gelegenheit, den neuen Themengarten näher kennenzulernen, besteht bereits am Einweihungstag: Um 12 Uhr und 13 Uhr nimmt Kirchenpädagogin Mareile Diekmann mit zu ersten Führungen. An die Hand gegeben werden kann allen Interessierten dabei auch ein Faltblatt mit Kurzinfos zum Christusgarten, das rechtzeitig zu Pfingsten druckfrisch in einer Auflage von 5000 Stück vorliegt und künftig an einem Blatthalter am Pfarrhaus jederzeit verfügbar sein soll.
Klangvoller Schlussakkord im Einweihungsprogramm ist ab 14.30 Uhr in der Kirche die Uraufführung der Pfingstkantate „Welch heller Schein wird wohl in Christi Garten sein“, die der Dötlinger Prof. Günter Berger eigens zum Bibelgarten komponiert hat. Mit einbezogen sein werden bei dem modernen, aber eindrücklichen Werk sogar die Kirchenglocken. Zum großen Finale der gut 80-minütigen Kantatenaufführung werden dann „alle beteiligten Chöre und alle Instrumente klingen“, verrät Schulz-Achelis.
