HARPSTEDT - Am Freitag bereiteten die Temperaturen Sorgen. Letztlich war die Bam-Hilfe zufrieden.

Von Astrid Kretzer

HARPSTEDT - „Beeindruckend! Wir haben es von der Straße aus gesehen, und vorbeifahren konnte man da wirklich nicht“, schwärmte am Sonnabend eine Passantin: Die Außenfassade des Harpstedter Amtshofs war in schillerndes, wechselnd farbiges Licht gehüllt, davor sorgten akzentuiert angestrahlte Bäume für bunte Lichttupfer, und das Wasserspiel auf dem Burggraben mutierte zum Farbregen.

Ähnlich wie der Harpstedterin ging es wohl vielen am Wochenende bei der „Harpstedter Lichtillumination“, so sie nicht lange vorher einen Besuch des Licht- und Kulturspektakels am Amtshof geplant hatten. Hunderte Schaulustige ließen es sich an den drei Veranstaltungstagen nicht nehmen, zumindest zeitweise vorbeizuschauen. Wenngleich sich der „Hausherr“, Samtgemeindebürgermeister Uwe Cordes, „noch mehr“ Zuschauer für die aufwendige Benefiz-Lichtgala zugunsten der Kinderhilfe Bam gewünscht hätte. Gerade am Freitag litt die Resonanz noch unter der kühlen Witterung. Sonnabend und Sonntag spielte das Wetter besser mit. „Zufrieden“ zeigte sich Artur Ottawa vom Förderverein Kinderhilfe Bam am Ende des Haupttages Sonnabend: „Die Stimmung ist gut, es läuft gut, es hat sich gefüllt.“

Lohnenswert war der Besuch allemal. Das Bremer Spezialunternehmen „Lichtwerke“ setzte zur blauen, grünen, gelben und magentafarbenen Inszenierung des Amtshofs gut 60 Scheinwerfer ein, darunter Hochleistungsstrahler von bis zu 2000 Watt sowie zwei „Moving Lights“, die insbesondere am Sonnabend für bewegte Lichteffekte an der Gebäuderückseite sorgten. Wassereffekte sowie – begleitend zu rockigen Klängen von der Showbühne – flackernde und rotierende Lichter zogen über die Fassadenwände. Die farbenfrohe Lichtshow war Kulisse für ein nicht minder buntes Kulturprogramm. Es reichte von Gesang der „Harpstedter Ohrwürmer“ und des Gemischten Chores (am Freitag) sowie Gospel und Bläserklängen der „Prager“ (am Sonntag) über HipHop- und Rocksongs von Schülergruppen der Haupt- und Realschule bis zum anspruchsvollen Musikkabarett (am Sonnabend): Das Duo „Fata Mortonica“ entführte plaudernd und musizierend ins „Museum der verlorenen Herzen“ und in die Welt der Liebe – mit skurrilem Witz und

einer Prise Romantik.

Für die Bam-Hilfe warben Initiator Rajabali Samadi und Mitstreiter Artur Ottawa um Unterstützung fürs angeschobene Hilfsprojekt, den Bau eines Waisenhauses im erdbebenzerstörten Bam (Iran). In ihrer Eröffnungsrede betonte Bundestagsabgeordnete Angelika Brunkhorst den wohltätigen Beitrag der „glanzvollen Veranstaltung“: „Auch wenn die gegenwärtigen weltpolitischen Auseinandersetzungen mit dem Iran alles andere als konstruktiv sind, sollten wir diese nicht zum Anlass nehmen, unschuldige Menschen und hilfsbedürftige Kinder zu ignorieren.“