HARPSTEDT - 250 begeisterte Zuhörer feierten am Sonntagabend in der Christuskirche in Harpstedt die Musical-Sängerin und Schauspielerin Angelika Milster mit ihrem Programm „Classic meets Musical“. „Das ist schon etwas Besonderes für Harpstedt“, hatte Pastor Gunnar Schulz-Achelis in seiner Begrüßung eingangs betont. So sah es am Ende auch das Publikum. Mit stehenden Ovationen entließen sie die bekannte Grande Dame aus dem Konzert, nicht ohne gemeinsam mit ihr „Der Mond ist aufgegangen“ zu singen und als Experiment ein Jazzstück zum Hörabschied zu erhalten.

Dabei war der Auftakt im ersten Teil des Kirchenkonzerts „Deo Gratias“ durch eine sichtlich nervöse Angelika Milster geprägt. Verärgert reagierte die 59-Jährige auf private und auch professionelle Fotoaktionen. Das ging sogar soweit, dass sie das „Wiegenlied“ von Johannes Brahms angesichts von zwei Blitzen eines Zeitungsvertreters abbrach.

Mit verschiedenen Worteinlagen suchte Milster eingangs den Kontakt zum Publikum und bemühte dazu auch Klischees wie „Selbst ist die Frau“ oder „Ich habe heute die hohen Schuhe an“ beim Einstellen der Höhe des Mikrofonstativs.

Das „Ave Maria“ in verschiedenen Arrangements, „Dank sei Dir, Herr“ (Georg F. Händel), „Nun sich der Tag geendet hat/Abendlied (Adam Krieger) bildeten den Auftakt zum stimmungsvollen und kirchlichen Konzertpart. Nach der ausgiebigen Pause stand der weltlichere und auch lockere Teil des Gastspiels im Mittelpunkt. Mit „Somewhere“ von Leonard Bernstein, bewies Angelika Milster, die an diesem Abend von Jürgen Grimm am Flügel begleitet wurde, ihre wahre Größe und auch Herkunft, denn als Musicalstar machte sie Weltkarriere, sang sie doch den Part „Grizabella“ beim Welterfolg „Cats“ während der Erstaufführung in Wien. Bekannt wurde sie auch durch zahlreiche Auftritte in TV-Serien wie „Der Landarzt“, „Salto Kommunale“ oder Filmen wie „Der König von Dulsberg“ mit Götz George und zuletzt 1996 „Alles wegen Robert de Niro“ mit Götz Alsmann.

Mit einer ausgiebigen Autogrammstunde und dem persönlichen Kontakt verabschiedete sich Angelika Milster von ihrem Publikum in Harpstedt. Nur eine Station in einem prall gefüllten Veranstaltungskalender.