HARPSTEDT - „Kultur ist ein Zuschussgeschäft .“ Und: „Harpstedt muss etwas tun, um die Leute hier zu halten. Dabei sind auch Kunst und Kultur ein wichtiger Aspekt.“ Das waren die klaren Botschaften am Dienstag bei der Mitgliederversammlung des Vereins „Kunst und Kultur Harpstedt“ (KuK) im Hotel „Zur Wasserburg“. Dass der Kulturverein mit sehr engem finanziellen Rahmen arbeitet, machten Vorstand und Mitglieder nochmals deutlich – und formulierten ihren Wunsch nach Verbesserungen in der Förderung der Kulturarbeit. „Mir ist unverständlich, warum so ein Verein von der Gemeinde nicht mal 500 oder 1000 Euro kriegt“, so etwa Wolfgang Kinzel mit Verweis auf Image-Werbung durch ein gutes Kulturangebot. Durch die Anmeldung von Förderbedarf solle man „Position beziehen“.
Hintergrund waren die Kulturförderrichtlinien im Flecken sowie Ideen in der politischen Diskussion im Vorjahr, einen Kulturtopf mit festem Budget einzurichten, den die Kulturschaffenden selbst verwalten. Die Gemeinde wartet zurzeit auf einen Vorschlag zur Vergabepraxis, wie Gemeindedirektor Uwe Cordes unlängst im Fachausschuss berichtet hatte. Es gebe aber, so betonte KuK-Vorsitzender Götz Rohde, zum Kulturtopf noch „keine Entscheidung“.
KuK will nun bei einem offenen Treffen am 4. November interessierte Kulturschaffenden an einen Tisch holen, um über Ideen für die Umsetzung eines selbstverwalteten Kulturetats zu beraten. Zeit und Ort sind noch offen. Im Vorfeld will KuK bei der Vorstandssitzung am Dienstag, 7. Oktober (20 Uhr, Eiscafe) die eigene Position abstimmen. Zu klären sei etwa die Bestimmung des Topfs: „Kulturschaffende – wer immer das ist. Da beginnt das erste Problem“, so Rohde. Zugleich will KuK die Mitgliederwerbung forcieren angesichts von vier Kündigungen bei 62 Mitgliedern: „Zumal es bei weniger Mitgliedern noch schwerer wird, die Veranstaltungen zu wuppen.“
Der Kulturverein sei auch in diesem Jahr „sehr aktiv“, hob Rohde hervor. Zu den neun Veranstaltungen im Programmflyer (die NWZ berichtete) sind zwei Zusatzangebote hinzugekommen. Am 28. Oktober heißt es „Gitarre spezial“ mit Ryan Leblanc, einem progressiven Multi-Instrumentalisten (20.30 Uhr, „Wasserburg“). Für den 13. November (20 Uhr, Eisdiele) organisieren Horst Strahlendorff und Artur Ottawa eine Benefiz-Lesung: „Wilhelm Busch hilft Kindern in Bam“.
